DHD’s
ARBEITSHUNDE
aus
HOLLAND


 

 

 

 

Text: Kai Müller

Aggression,
ein wie ich meine sehr großes Wort, welches von jedem anders ausgelegt wird.
Schon so oft wurde ich mit diesem Wort konfrontiert, richtig in den Mund nehmen und aussprechen mag es aber keiner. An was liegt das? Wieso wird die Sache mit der Aggression so in den Dreck gezogen? Was oder wer macht dieses Wort so negativ?
 Ist nicht die Aggression diejenige welche uns am Leben hält? Welche es uns und den Hunden ermöglicht Intelligenz zu entwickeln, uns durch Probleme zu boxen und über Niederlagen hinwegzukommen?!?!
 

Die Aggression gehört zu unserem Leben wie Wasser und Brot. Ohne sie ist kein Leben möglich. Erst wenn wir zu viel und unkontrolliert von allem aufnehmen werden wir krank. D.h. wer im Unverstand frißt und säuft hat sich nicht mehr unter Kontrolle und artet aus. Genauso ist es mit der Aggression. Es ist absolut relativ wie aggressiv ein Hund oder Mensch ist, solange er sich zu händeln weiß und sich unter Kontrolle hat!!
Erst wenn die Aggression in die richtigen Bahnen gelenkt wird, sind wir und die Hunde in der Lage kreativ zu denken und aktiv zu handeln. Es liegt also ein großes Stück an uns was wir daraus machen.

 



Angriff eines deutschen Polizeihundes: Ohne Einsatzfreude nicht möglich!!

Ich möchte hier, gerade im Bezug auf die Aggressionsförderung, anhand einiger Beispiele die Ausbildung in der IPO und deren Linien mit den Unsrigen vergleichen.
Gerade im Bezug auf die Arbeit am Vollschutz werde ich sehr oft auf aggressionsfördernde Ausbildung angesprochen. Jedesmal mit der gleichen Erkenntnis, daß die Menschen welche mich darauf ansprechen, absolut unwissend sind und dadurch auch Angst haben.
Selbst Sachverständige können den Unterschied zwischen Aggression, deren Förderung und Beutetrieb oftmals nicht definieren. Theoretisch vielleicht schon, aber praktisch sieht es dann oftmals so aus, daß jeder Hund der zum Bellen ermutigt wird, zu gesteigerten Aggressionen neigt!?
Ebenso Hunde, die am Vollschutz gearbeitet werden. Aus welchem Grund auch immer diese Hunde aggressiver denn Andere sein sollen, die Tatsache mit dem Vollschutz reicht um die Hunde, die Arbeit und die Halter als asozial und kriminell hinzustellen. Daß die Hunde welche eine Ausbildung im Ring oder in der KNPV genießen unter weitaus höherem Gehorsam stehen, geistig viel ausgeglichener sind und sein müssen ist in diesem Fall nicht von Belang.
Erst als ich mich in einem Gespräch mit einem solchen Sachverständigen unterhielt, merkte ich, mit welcher Unwissenheit diese Menschen bei der Arbeit sind. So ging dieser Mann doch tatsächlich in der Annahme, daß die Hunde in Holland alle auf den Hals- und Nackenbereich ausgebildet werden. Er war sich weiterhin sicher, daß jeder Hund der an einem Vollschutz gearbeitet wird, in seinem Aggressionsbereich gefördert wird, bzw. gefördert werden muß. Ich weiß, daß -zig andere Hundeführer, Sachbearbeiter, Veterinäre usw. genauso denken und ich kann diese Leute nur um eines bitten - Lest diesen Text, kommt vorbei, seht Euch die Arbeit unserer Hunde und eurer Nachbarländer an, nur macht irgend etwas gegen Eure Unwissenheit und Angst. Gesteht Euch ein, daß Ihr davon nichts wißt und Ihr über Themen entscheidet von denen Ihr keine Ahnung habt.



Was ist Aggression? Wie sieht sie aus? Wie wirkt sie sich aus, vor allem in der Ausbildung? Für was und wann brauche ich deren Förderung? Wißt Ihr überhaupt wie ein Hund reagiert wenn er so richtig geladen ist? Wißt Ihr überhaupt für was und welche Hunde die Förderung benötigt wird?
Das sind Fragen die einmal gestellt werden sollten.
Ich denke jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung von aggressiven Hunden oder auch Menschen.
So gibt es Menschen die Andere als aggressiv bezeichnen, weil sie in einer Diskussion lauter werden, also eine rein subjektive Einstellung vertreten.
Aber dies ist doch die falsche Definition. Diese lauten Menschen sind doch nicht unbedingt aggressiver denn andere, sie haben sich nur nicht mehr mit der Stimme unter Kontrolle.
Andere wiederum, der souveräne Typ, profitiert davon. Er weiß, daß ein so geladener Mensch in einer Diskussion niemals den klaren Gedanken fassen kann wie er. Er wird seinen Diskussionspartner immer wieder bloß stellen können, da er Argumente finden wird, auf die man im erregten Zustand nicht mehr kommt.
So auch bei den Hunden. Irgendwann setzt da was aus, die Kreativität und das Lernen ist nicht mehr möglich, weil sie womöglich nie richtig gezüchtet, gearbeitet, ausgebildet oder erzogen wurden.
Sprich, die Kanalisierung der Agression in lernfähiges Verhalten und Wißbegierde wurde verpaßt oder nur sehr schlecht vermittelt.
Das Resultat:  Der überdrehte Hund wird gewisse Arbeiten nicht ausführen können, weil er sich nicht mehr zu händeln weiß. Ob dieser Hund so gezüchtet wurde, oder so gemacht wurde, ist in diesem Moment egal. Tatsache ist, daß er nur einseitig einsatzfähig ist.
Näheres dazu später.

Wie erwähnt- Aggression ist ein großes Wort und immer eine Auslegungssache. Sie ist abhängig vom Wissen, der Routine und der Sensibilität des Betrachters.
So kenne ich das Problem aus Holland gar nicht. Hier redet man nur über asoziale Hunde. Was schon viel mehr definiert ist. Da asozial für nicht gesellschaftsfähig steht und somit der Hund oder Mensch ein klareres Profil bekommt. Wenn ich in Holland von aggressiven Hunden rede, weiß keiner so richtig was ich damit meine. Es wird hier auch keiner  seinen Hund als aggressiv deuten. Sondern eher als Hund mit einem guten Beißdrang, einem hohen Reviertrieb, einem hohen Beschützerinstinkt oder Bewachungstrieb.
Wenn ich allerdings von asozialen Hunden rede weiß jeder was gemeint ist. Das sind Hunde, mit denen man nichts zu tun haben möchte, weil es nicht möglich ist eine solch hochqualitative Ausbildung wie die der KNPV einem Hund anzulernen der vor lauter verrückt nicht mehr denken und somit lernen kann und es vor allem unverantwortlich ist, diese Hunde in der Gesellschaft zu führen!!



Gegenstand revieren: die Hunde sollen einen fremden Gegenstand im Wald revieren und lernen bis zu 5 Minuten zu verbellen. Ohne “WOLLEN” des Hundes nicht möglich.
Dies kann auch nicht angelernt werden, sondern die Hunde müssen von sich aus wollen!! Dieses WOLLEN hat allerdings nichts mit Aggression oder gar Haß auf den Gegenstand zu tun. Im Gegenteil, der Hund hat gelernt mit Liebe diese Übung auszuführen und sich dabei voll zu identifizieren.

Vergleich Deutschland:
“Ein Hund der das Gegenstandsbewachen erlernt bekommt, muß in seiner Aggression gesteigert sein.”
Dies ist eine Aussage eines “sogenannten” Sachbearbeiters.
Man sieht schon wie plump und von Unwissenheit geprägt diese Aussage ist. Auf welchen Argumenten stützt sich eine solche Behauptung sonst?
Was in Holland, Belgien und Frankreich als Bewachungstrieb bezeichnet und selektiert wird, wird in Deutschland so einfach mir nichts dir nichts als Aggressionsförderung abgestempelt. Ein Trieb, welcher schon seit hundert Jahren in den Hunden selektiert wird, um dann von einem sogenannten Sachbearbeiter als “kriminell” bezeichnet zu werden.
Zumal jeder, der seinem Hund das Gegenstandsbewachen je beigebracht hat, ganz genau weiß, daß hier die offene Aggression gar nichts verloren hat. Da der Hund in dieser Gefühlslage nicht mehr im Stande ist sich selbst zu kontrollieren. Er würde nur noch kämpfen wollen und den zu bewachenden Gegenstand aufs Spiel setzen. Gerade bei dieser Übung muß der Hund zeigen, daß er auch ohne Aggression selbständig arbeiten und vor allem denken kann.
Hier sieht man doch ganz schön in welche Misere wir gestürzt sind. Nur weil ohne Kopf und Verstand aber mit viel Aktion aus dem Bauch (Aggression????) über Lebewesen und Selektionsmethoden entschieden wird, mit denen schon seit -zig Jahrzehnten die besten Hunde produziert wurden. Und diese Hunde sind eben nur deswegen so exquisit, vielseitig und arbeitsfähig weil sie in ihrer Selektion auf die verschiedensten Anlagen gesichtet werden.
 



Ohne seine hohe Arbeitsbereitschaft und sein Kämpferherz und deren optimale Kanalisierung hätte dieser Rettungshund weder Willen und damit auch keine Intelligenz, noch Durchhaltevermögen um den Verschütteten zu finden!! Nur durch sein kontrolliert, aggressives Vorgehen setzt er sich mit dem Problem “Schuttberg” optimal auseinander um an sein Ziel zu kommen.

Als ich auf der Startseite von Ehrlichkeit schrieb, meinte ich unter anderem diese Scheinheiligkeit. Die Menschen in Deutschland müssen wieder lernen ehrlich zu sich und den Hunden zu sein. Und dazu benötige ich zu allererst ein ehrliches Programm welches der Hund ableisten muß. Da kommt weder eine DMC Körung hin, noch eine SchH3,
doch dazu auch später mehr.   

Zurück zur “Aggressionsförderung”, ihren Gründen und Anhängern:
Auf Hundeplätzen erlebe ich es immer wieder, daß in verschiedene Hundecharaktäre die wahnsinnigsten Verhaltensweisen hineinprojiziert werden. Da werden zum Teil Hunde als unberechenbar abgestempelt, bloß weil der Übungsleiter oder HF nicht damit zurecht kommt und trotz langjähriger Erfahrung Angst hat. Oftmals sind dies aber bloß Hunde, denen es an Gehorsam und Erziehung fehlt. Die einfach orientierungslos im Rudel leben und irgendwann das Zepter in die Hand nehmen und deswegen etwas aus der Reihe tanzen. Aber ist der Hund deswegen aggressiv, weil er das Kommando AUS nicht richtig gelernt hat? Oder, weil die Nerven mit ihm durchgehen und er seine Klappe nicht halten kann?
Bedeutet das, daß diese Hunde unberechenbar und böse sind??
Kein Wunder, daß immer weniger Leute vom Übungspersonal einen Hund mit Arbeitstrieb auf dem Platz haben wollen, wenn sie schon bei unerzogenen Hunden ins schwanken kommen. Beziehungsweise diesen von vornherein nicht richtig erziehen und geschweige denn ausbilden können.
Aber sitzen diese Leute dann am richtigen Platz?? Sollten sich diese Menschen nicht lieber mit Modellbau beschäftigen??
Der Arbeitshund wird dadurch nicht besser. Im Gegenteil, es entsteht ein Kreislauf, welcher es veranlaßt, daß sämtliche Arbeitshunde immer lascher gezüchtet werden müssen. Nur damit einige Leute einen scheinbaren Arbeitshund besitzen und am Stammtisch irgendetwas von Aggression faseln können.

Doch, was ist ein aggressiver Hund?
Für mich ist ein aggressiver Hund zunächst einmal zu unterscheiden in verschiedene Stufen der Aggression um eine evtl. vielseitige Arbeitsbereitschaft überhaupt gewährleisten zu können. Denn prinzipiell ist die Aggression etwas reaktives und ein Trieb welchen den Hund stets im Denken hemmen wird und dieser nicht kontrollieren kann.
 Ein arbeitsfähiger Hund ist für mich ein Hund der mit allen 4 Pfoten auf der Erde steht, Selbständigkeit an den Tag legt, dessen Intelligenz von seinen Aktionen abhängig ist und umgekehrt, der kämpft um an sein Ziel zu kommen, der kämpft des Kampfes wegen, dem kein Ziel zu weit ist und der alles für mich und sein Rudel machen würde. Und zwar wirklich alles !!.
Es ist ein Hund der im eigentlichen Sinne nichts mit einem aggressiven Hund, wie er hierzulande gedeutet wird, zu tun hat. Nein, im Gegenteil dieser Typ Hund macht alles für seinen Geleiter und seine Arbeit und zwar aus Liebe. Dies sind die höchsten Ziele die er im Leben hat. Um seinem Partner zu gefallen geht er vollkommen in seiner Arbeit auf, ohne sie wäre er ein psychisches Wrack. Er besitzt ein Kämpferherz welches alles tun wird um zum Erlernten zu kommen. Doch ist dies aggressiv?
 Er würde niemals ans Aufgeben denken, alles aus freien Stücken tun, gnadenlos  beim Durchsetzen seiner Ziele und trotzdem stets souverän mit der nötigen Disziplin.
Dies ist meine Vorstellung von einem guten, oder wie ihn andere beurteilen mögen, aggressiven Hund. Dieser Typ Hund muß nur lernen was Disziplin ist, den Rest lernt er zum allergrößten Teil, dank seiner Arbeitsbereitschaft und seines Kampftriebes, alleine!!

Und hier ist gerade der Punkt wo sich die Wege trennen:
Jeder hätte gerne genau diesen Hund, aber ausbilden, zumindest mit den unsrigen Ausbildungsphilosophien, könnten ihn nur die Wenigsten von ihnen. Mittlerweile ist es ja schon so, daß gerade die neueren Generationen diesen alten Schlag Arbeitshund gar nicht mehr kennenlernen können und wirklich meinen, daß das was sie an der Leine haben das Arbeitstier schlechthin ist.
Logisch, daß sich die Ausbildung dahingehend ändern muß.
So ist es doch, z.B., eine Tatsache, daß ich von Süd- bis Norddeutschland keinen Hundeplatz kenne, wo nicht mit der “Triebpeitsche” oder Pressingmethode gearbeitet wird, oder gearbeitet werden muß. Von Disziplin und Gehorsam oftmals keine Spur, da diese Methode zudem sehr oft falsch verstanden und umgesetzt wird und die Komponente “Gehorsam” teilweise ganz fehlt, zumindest so wie ich ihn sehen möchte.
Mit teilweise extremen Ausnahmen, ganz klar!!
Es wird gezielte Aggressionsförderung  betrieben, um aus den Hunden zumindest noch ein bischen Leben rauszukitzeln. Ob Sport oder Diensthundesektor ist egal. Ein großer Teil der in Deutschland geführten “Schutzhunde” kommen ohne Lernfixierung in der Aggression nicht mehr weiter. Kein Arbeitstrieb, Kein Kampftrieb nur noch hirnloses aggressives oder auch beuteaggressives Verhalten. Ohne Souveränität und Coolness.
 

Erkenntnis:
Anstatt Hunde zu selektieren, zu züchten und zu kaufen, welche schon von sich aus arbeiten wollen und genetische Trieb -und Technikvorlagen besitzen, kauft man irgendwelche genetischen Krüppel denen man später alles beibringen muß. Das fängt beim Apportieren an, geht über die Fährte bis hin zum Schutzdienst. Wurde der Hund dann technisch so perfekt gearbeitet, daß er geprüft werden kann ist die Luft raus, weil der Hund ja eigentlich anders wollte, was wird gemacht...?


Das Suchen, Revieren und Stöbern muß angeboren sein. Es gibt da erhebliche Unterschiede zwischen Hunden die von sich aus wollen und Hunden die es erlernt bekamen und mehr oder weniger, müssen!!

Wie schon anfangs beschrieben: Ein Grund für die Misere ist die Qualität der Hunde und Hundeführer. Der größte Teil der heutigen Hundeführer ist nicht mehr bereit einen qualitativ hochwertigen Hund zu führen. Da sind eben ganz andere Interessen.
Z.B.: Zuerst Familienvater - dann der Beruf und danach Hundeführer.
- Ein guter und echter Arbeitshund läßt sich aber nicht auf den dritten Platz abschieben. Der will immer vorne mitlaufen und möglichst als Erster.
Und gerade im Sportbereich; das Wichtigste ist mittlerweile die Geselligkeit und nicht mehr die Ausbildung. Genau diese Einstellung findet man auch in den deutschen Zuchtlinien immer häufiger.
Doch anstatt, daß die zuständigen Rassehundzuchtverbände einschreiten und klar machen, daß man mit dieser Faulheit keine Arbeitshunde erhalten kann, wird eine Rasse nach der anderen verkauft und verraten. Mit dem Resultat der Aggressionsförderung am Hund...
Menschen die etwas ändern wollen werden abgesägt oder deren Wissen untergraben.
- Siehe Dr. Raiser (SV), oder auch Volker Riedel (DMC), welche mit ihrer klaren Einstellung etlichen Züchtern immer wieder auf die Füße treten.

Schon klar, daß die einzelnen Verbände eine Stellungnahme zu ihren Hunden abgeben müssen, gerade in der Zeit der Kampfhundehysterie, aber muß man sie dann als leblose Krüppel verleugnen, züchten und verkaufen?? Wäre eine ordentliche Aufklärung nicht besser?? Gerade um der Bevölkerung zu zeigen, daß nur gewisse Menschen diese Hunde halten, anstatt die breite Masse und diese dann vernünftig zu einem guten und allgemeinen Zweck ausbilden mit einem seriösen Arbeitsprogramm.
Man würde damit Verantwortung gegenüber der Rasse und der Gesellschaft zeigen!!
Aber - Blut g€l€ckt!!



Stimmt schon, Aggressionen scheinen da nicht mehr vorhanden zu sein, aber auch kein Wille und keine Aktion!
Vielleicht wird irgendwann verstanden, daß in der Natur alles miteinander verbunden ist!

Anstatt daß man es zumindest für die Guten schwerer macht, damit wirklich nur die Besten durchkommen und wieder eine ehrliche Auswahl an Zuchtieren entsteht wird die Selektion immer mehr den Tieren angepaßt welche mit dem eigentlichen Zuchtziel nichts zu tun haben.
 Aber dann hätte man als Züchter etwas mehr Arbeit und “Ausschuß” bei der Selektion. Also wieder entgegengesetzt von dem was momentan produziert wird. - € ! 
Dann wäre es nicht damit getan den Hund ein wenig im Kreis rennen zu lassen und mal kurz anzupeitschen damit man ihn in die Zucht bekommt.
Und überhaupt, was soll das ganze Getue mit den Papieren??
Beschissen wird doch trotzdem. Ich will nicht wissen wieviele Hunde die Papiere verlieren müßten, wenn man sie entlarven würde. Die Kosten der Kontrolle der Zucht sind so immenz hoch und bringen tut es nix. Denn das Problem der Ehrlichkeit zum Tier und zur Zucht bleibt, es wird nur umgangen. Nur wer auf 100% Leistung setzt kann unmöglich bescheißen, denn diese ist meßbar!! Unsere Herren der “Schöpfung” und auch die nächsten Generationen werden durch diese Bestimmungen nicht abgehalten, um neue Wege zu finden um diese Bestimmungen zu umgehen. Sie werden dadurch nicht lernen wie was in der Natur funktioniert und zusammenhängt. Und somit auch nicht, wie es möglich ist vernünftige, gesunde Arbeitshunde zu züchten. Die Arbeit und Vorlagen unserer Vorfahren werden somit innerhalb kürzester Zeit zunichte gemacht.
Doch solange die Faulheit weiter in den Köpfen der Herren “Gebrauchshundezüchter” existiert, wird sich nichts ändern. Ich glaube viele der heutigen Züchter wissen gar nicht was sie da tun und was sie da zerstören. Sie gehen wirklich in der Annahme, daß das was die Hunde hier leisten das Absolute ist und alles andere nur Tierquälerei oder Aggressionsförderung.
Daß sie aber auf lange Zeit gesehen Qualzucht betreiben, weil sie den Hunden nicht mehr die Möglichkeiten geben sich selbst zu selektieren, das kapiert keiner!!
Es wird am Einfachen festgehalten. Man will nicht sehen wie es wirklich ist. Selbst beim DMC wo wohl noch am meisten verlangt wird, wird doch hauptsächlich auf den Schutzdienst Wert gelegt. Und was ist mit den anderen Stärken was einen echten Arbeitshund ausmachen.
Was ist mit der so legendären Sprung und Klettertechnik des Malinois, was ist mit der Schwimmtechnik, was ist mit dem Bellen (ein sehr wichtiger Punkt!), was ist mit dem “echten” Revieren, mit der Selbständigkeit alleine zu arbeiten ohne Papa und Mama, was ist mit dem Apportieren (nicht nur von einem Bringholz), was ist mit dem allgemeinen Arbeitsdrang und Durchhaltevermögen, Ausdauer??
Dies sind nur wenige Punkte die in diesem “Selektionssystem” total wegfallen und warum Züchter der Urformen der Mechelaars niemals einen deutschen Hund zur “Verbesserung” ihrer Linien einsetzen würden.

Zu einem echten und guten Arbeitshund gehört noch mehr wie nur Beißen!!

        


          


Sorry an dieser Stelle, man muß den Leuten vom DMC schon anerkennen, daß sie sich etwas gegen den Strom stellen, aber die Körung 3 ist trotzdem ein Witz in Bezug auf die Selektion was in den Ursprungsländern praktiziert wird. Viel Tam Tam für nichts. Da sind Parcours aufgebaut, alles schön bunt und nett. Aber die Hunde müssen immer nur das Gleiche machen. Durch die Belastung und Beißen...
Bemerkt ihr nicht auf welches Niveau ihr Euch herablaßt?  

Doch nun wieder zurück zur Aggressionsförderung:
Was die Menschen endlich lernen müssen ist, daß nur schwache Hunde eine Aggressionsförderung benötigen.
Jedoch denke ich, daß dieses Eingeständnis, daß der eigene Hund der doch ein Teil von einem selbst ist, zu schwach ist um echte Arbeit zu leisten, daß dieses Eingeständnis für viele vielleicht sogar für die meisten HF unmöglich ist.
 Anstatt zu der Schwäche und dem Hund weiterhin zu stehen lügt man sich selber an. Das fängt in der Ausbildung an und hört in der Prüfungsordnung auf.
 
Ich behaupte es gibt in Deutschland nur ein paar Hand voll Hundeführer welche in der Lage sind einen guten Hund im SchH Bereich vernünftig und konstant zu führen.
Dies sind Hunde denen man zuerst Technik anlernen muß, bevor man, wenn überhaupt, die Entscheidung trifft etwas Trieb zu machen. Somit fallen hier sämtliche aggressionsfördernde Ausbildungsmaßnahmen total weg.
Müssen wegfallen!!
Die Hunde werden im Alter ab einem Jahr ganz klar eingewiesen. Disziplin und Gehorsam ist das oberste Gebot, da ohne diese keine Arbeit vernünftig ausgeführt werden kann. Der größte Teil der Selektion und Ausbildung bezieht sich auf den Gehorsam des Hundes und nicht auf irgendwelche Triebphasen.
Sämtliche “positive” Ausbildungsmethoden wie Ball und Triebpeitsche würden diese Hunde nur verrückt machen.
Alleine das Lob oder die Art des Tonfalls sind Bestätigung genug.

Nur Hunde welche arbeiten der Arbeit willen sind zu favorisieren. Hunde welche kämpfen um des Kampfes willen und sich in jegliche Arbeit zu 100% einbringen. Hunde die genetische Vorlagen in Technik und Trieb zur Arbeit besitzen und von sich aus diese abfordern.
Und dies hat in keinster Weise etwas mit Aggression oder deren Förderung zu tun.
 
 Man kann sich an dieser Stelle eines merken, die Qualität des Hundes ist immer nur so gut wie das Programm welches er ableisten kann!!

Erst bei der Ausbildung ist es möglich dem Hund sein genaues Verhalten und Wesen zuzuweisen. Klar, daß nicht jeder Hund für die gleiche Form der Ausbildung geeignet ist. Der eine ist stur der andere sensibel, wieder ein anderer hat schlechte Technikveranlagungen. Aber das ist die Natur. Wir sollten nicht versuchen IHR vorzuschreiben wie was zu funktionieren hat.
Und dafür brauchen wir die Möglichkeit Hunde auch nach anderen Kriterien auszubilden um gerade in diesem Fall zu sehen welche Qualitäten der Hund sonst noch hat. Durch das Minimalprogramm der IPO kann man nur sehr einseitig sehen was der Hund kann, individuelle Eigenschaften und Techniken des Hundes sind hier nicht erwünscht da das Programm nur einen sehr engen und sterilen Pfad in der Ausbildung vorschreibt.



Was ich ebenfalls bemerken oder betonen möchte ist, daß diese in Deutschland so verfluchte Sache, die Aggressionsförderung, doch von fast jedem IPO`ler oder Schutzhundler als ganz selbstverständlich praktiziert wird.
Das geht im Welpenalter los. Da sind die Hunde erst knapp 20 Wochen alt, muß man schon zeigen wie toll der zumachen kann. Da wird dann schon angepeitscht und gemacht und getan um den Hund schon in diesem Alter auf seine spätere Arbeit vorzubereiten. Mit Glück bekommt er dann noch Zeit zum Zahnen, denn danach wollen ja (fast) alle gleich voll loslegen. Mit 1 bis 1 1/2 Jahren dreht der Hund dann ab, kann nicht mal mehr ein Holz ruhig halten vor lauter “Trieb ?”. Was wird dann gemacht...?
Im Schutzdienst genauso. Da wird gepeitscht und mit Stachelhalsband den Hund verrückt gemacht.
Für was frage ich mich? Einen Hund den ich so traktieren muß um ihn aktiv zu machen hat doch überhaupt keinen Wert!!
Für mich ist das sehr schwer nachzuvollziehen. Ich vertrete die Meinung, daß junge Hunde zwar einen enormen Drang zum Beißen zeigen müssen, ich es ihnen aber nicht erlauben darf. Das heißt ich lasse Welpen und Junghunde bis 1 Jahr allenfalls an der Kette zusehen und halte sie ansonsten möglichst weit fern von allem was sie in Aggressionen oder Beißdrang versetzen könnte.
 Der Welpe und Junghund soll in der Lage sein seine Umwelt offen und frei anzusehen und von und mit ihr zu lernen. Er muß lernen was Souveränität bedeutet. Das verwehre ich ihm, wenn ich ihn schon in dieser Phase des Lebens übersteuere und er quasi nur lernt überall den Feind zu sehen.
 Wie, außer mit Starkzwang, soll dieser Hund später lernen sich einzukriegen und Disziplin zu zeigen. Gerade bei der Ausbildung in der KNPV, ebenso Franz. Ring oder Belgisch Ring ist es nicht möglich mit einem, wie man es aus Deutschland kennt, hochgedrehten Hund zu bestehen. Disziplin ist hier das oberste Gebot!!   
Dies ist eine Aufgabe die nicht mit 1 Stunde Training die Woche geklärt wird. Hier ist Zeit, Geduld, und Grips gefragt. Alles Tugenden auf die man hierzulande immer weniger Wert legt.
Von wegen: Video von Bart Bellon - E-Gerät - Malinois - Deutsche Meisterschaft.

Eine andere Seite:
 Es sollte auch einmal erkannt werden, um welche Art der Aggression es sich beim einzelnen Hund handelt.
Wie schon anfangs erwähnt: Oftmals reden Menschen pauschal von aggressiven Hunden als ob jeder der etwas Trieb hat unberechenbar wäre. Oftmals werden Hunde völlig grundlos als unberechenbar eingestuft, nur weil sie vielleicht Charakter und einen Arbeitsdrang besitzen.
Eines ist dabei allerdings klar, ein Hund der aus der Souveränität heraus arbeitet, ist der Umwelt gegenüber sicherer, als einer der gemacht ist oder gar Angst hat. Denn dieser Typ Hund weiß genau wann er wie reagieren muß, er weiß welche Macht er darstellen kann wenn es nötig ist. Ohne ständig im Haß durch seine Umwelt zu laufen.

Gefährlich sind immer die Hunde die “trieblos” oder ängstlich gezüchtet werden. Denen ich erst beibringen muß, daß sie auch stark sein können. Wo ich als Helfer immer den Schwächeren spielen muß, um dem Hund zu zeigen, daß er doch nicht so ein Weichei ist. Aber was lernt der Hund? Daß er sich immer nur schwache Opfer suchen muß, um der King zu sein...
-den Rest kann man sich denken.

Erkenntnis:
Ein starker Charakterhund stellt nur in den seltensten Fällen eine Gefahr dar. Da er gelernt hat souverän, ruhig und diszipliniert eine Situation über sich ergehen zu lassen.

Wenn ich frage wie sich Aggression äußert, vor allem in der Ausbildung und für was ich deren Förderung benötige, bekomme ich meistens immer die gleiche Antwort, vom gleichen Typen Mensch: “Aggression, ohne das geht gar nichts. Du mußt den Hund immer hochdrehen; der muß kochen.” usw.
Das ist für mich ebenfalls Unwissenheit von Menschen, die nicht wissen wie sich ein ECHTER Arbeiter verhält und funktioniert.

Ein alter Ausbilder hat mir einmal gesagt:

Der echte Arbeitshund darf nie gewinnen, denn wenn er gewonnen hat, hast Du verloren!!

Dies war und ist für mich die beste Beschreibung eines ECHTEN.
Es soll heißen: Einen echten Arbeitshund darfst Du nicht aufdrehen, um ihn freudiger oder gar aggressiv zu machen. Diese Hunde haben einen Charakter, der wenn er überreizt wird, dazu neigt nicht mehr händelbar zu werden. Was nichts mit dem Verhalten gegenüber Personen oder Tieren zu tun hat. Nein, er kann sich einfach nicht mehr konzentrieren und wird sämtliche Lernfixierungen zu nichte machen. Diesen Hunden mußt du zuerst Technik und Gehorsam beibringen, bevor Du die Überlegung anstellst überhaupt Trieb zu machen. Denn eines ist eine Tatsache, wenn Du meinst den Hunden den kleinen Finger zu geben um sie etwas freudiger aussehen zu lassen, nehmen diese sich den ganzen Arm.
Wie schon angeschnitten soll dies nicht heißen, daß die Hunde asozial werden. Nein, diese Hunde können unter gewissen Gefühlszuständen einfach nichts mehr lernen, da ihre Kreativität verloren geht, das Gehirn aussetzt und nur noch das Gefühl im Magen zählt, sind also nicht mehr aufnahmebereit. Wenn Du nun als Ausbilder der Meinung bist immer mit Trieb die Lernfixierungen zu vermitteln, kommt das schon der Tierquälerei gleich, da der Hund ohne gewissen Starkzwang immer wieder aus dem Funktionskreis ausbrechen wird.



Man sieht hier sehr schön die Ruhe des Hundes. Diese Ruhe müssen die Hunde bereits im Welpenalter lernen. Bin ich der Meinung nun diese Hunde im Kindesalter zu überreizen gehe ich dieser Ruhe, Disziplin und Souveränität entgegen. Der Hund welcher nun schon im Jugendalter überdreht und schlecht händelbar ist, könnte sich bei diesem Konflikt und dieser Belastung nur sehr schlecht wenn überhaupt beherrschen. Darum brauchen wir eine Selektion welche uns wieder Souveränität zurück in die Linien bringt!!

Ich denke das Thema der Aggression bauscht sich durch Angst und Unwissenheit auf. Im Laufe der Zeit bekommt man doch sehr den Wandel der Hundequalität zu spüren. Ob im Sport oder im Diensthundewesen. Man merkt es vor allem am Vergleich zwischen den heutigen Personen die Hundesport betreiben und den “Alten”.
War es früher nicht eine Lebensaufgabe für einen Hundeführer seinen Hund auszubilden.
 Man sieht dies schon in den verschiedenen Aufgaben welche die Hunde früher leisten mußten. Da war die Steilwand, Futterverweigerung, Vereinsamung, Fährtensuche mit Gegenständen und anschließendem Scheintäter, Gegenstandbewachen, Stöberfeld, freies Revieren und und und. Die heutigen Personen die Hundesport betreiben sind darauf gar nicht mehr aus.
Wieviele fragen mich täglich, warum ich denn überhaupt so einen Streß um die Ausbildung mache, 99% der Aufgaben welche ich meinen Hunden stelle benötigen sie eh nie. Die können nicht verstehen, wie wichtig diese Übungen für unsere Selektion ist. Was z.B. die Übung “Gegenstandsbewachen” für Ausmaße in der Arbeitshundezucht darstellt erkennt man erst wenn man sich mit diesem Thema befasst. So auch mit dem Rest, auf das Detail kommt es an. Beispiel Steilwand: Auch hier ist es heutzutage leider nur noch den wenigsten Ausbildern klar wie wichtig diese Übung für unsere Zucht ist. Hier sieht man Kämpferherz, Technik und Arbeitsdrang.
Und eben diese Einstellung dieser Hundeführer sieht man auch ganz deutlich in deren Hunden.
Die Hunde welche von unseren Vorfahren durch großen Zeitaufwand, wahnsinniges Wissen und unheimliches Engagement selektiert wurden, sind nun innerhalb weniger Generationen durch Faulheit, Mißgunst und Geldgier zerstört worden. Und man geht noch weiter. Man kriminalisiert Hundeführer und Hunde die dieses alte Engagement wieder aufleben lassen wollen, z.B. durch die Behauptung der aggressionsfördernden Ausbildung. Oder dadurch, daß man die vielfältige Arbeit in anderen Prüfungssparten abwertet.

Zusammengefaßt sei nochmals erwähnt:

Daß es uns weiterhin unbegreiflich ist, wie der deutsche Arbeitshund und dessen Qualität so tief sinken konnte. Wir können nicht verstehen, daß sogenannte Sachbearbeiter ohne Wissen von der Materie über ein solches Kulturgut entscheiden können und dürfen. Und wir empfinden es als absolute Frechheit, unsere Arbeit als aggressionsfördernd zu kriminalisieren ohne je auch nur das geringste darüber gewußt zu haben.

Man sollte wieder ehrlich zu sich und den Hunden werden. Es ist nicht schlimm einen Hund von minderer Qualität zu besitzen, aber man sollte ehrlich sein, hinter ihm stehen und ihm die richtige Aufgabe geben. Das Eingeständnis, einen Hund zu besitzen der im Gebrauchshundesektor nichts verloren hat, scheint für etliche HF sehr schwer zu sein. Sollte man dies allerdings erkennen, wird es einem möglich sein, andere Kulturen zu respektieren und anzuerkennen.
Realität anstatt Lügen und Gesetze die der Hund nicht braucht!!


Hektor vom Linksrein,
Besitzer: v. Stephanitz um 1900

 Wir sollten uns wieder zusammenschließen und gemeinsam dafür kämpfen, den Arbeitshund mit der ihm gegebenen Genetik zu erhalten und zu schützen!!
Oder, wie Bart Bellon immer sagt: “Stand up for your rights!”
  

 

Text: Kai Müller

 

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