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Text: Kai Müller
Diese Rubrik sollte Anstoß zum Nachdenken geben. Nicht nur den vielzähligen, selbsternannten Tierschützern, auch den Damen und Herren diverser Gebrauchshundverbände.
Zu allererst muß sich jeder einmal klar machen, daß der Gebrauchshund eine Art unserer Natur ist. Diese Art gilt es in ihrer ursprünglichen Form zu schützen und zu erhalten anstatt zu verbessern.
Da im heutigen Zeitalter immer alles schneller gehen muß, werden auch in der Selektion des Gebrauchshundes Methoden angewandt, welche diesen nicht gerade
schützen, sondern uns lediglich eine Zeitersparnis bieten und die Zucht angeblich sogar verbessern sollen. Die Zuchtkriterien sämtlicher Gebrauchshundzuchtvereine
stützen sich heute hauptsächlich auf ein Zahlenmeßsystem. Informationen, welche unsere Vorfahren in dieser Zucht benötigten, um vernünftige Tiere zu züchten,
zählen nicht mehr. Tiere welche vor genetischer Bandbreite strotzten und genetische Techniken in sich trugen. Doch, der Einheitshund wurde geschaffen. Man erkennt innerhalb verschiedener
Rassen fast keine Unterschiede mehr. Äußerlich wie innerlich!! Ich arbeite 7 Tage die Woche mit unzähligen Hunden und Rassen.
6 Tage davon stehe ich im “Pak” oder auf dem IPO Platz im Hetzanzug. Und ich kann nur eines berichten, daß die Artenvielfalt immer mehr schwinden geht. 99% der
Hunde die ich arbeite, zeigen rassebedingt immer mehr die gleichen Anzeichen. Es sind, gerade beim DSH sowie BOXER, Riesenschnauzer, ROTTWEILER und
DOBERMANN, keine Individuen mehr vorhanden. Man kann schon fast sagen, kennst du einen kennst du alle. Selbstverständlich mit Ausnahmen!!
Der DSH ist entweder krank oder neurotisch, der Boxer kann nur noch rumspringen ein bischen Beute lutschen und ansonsten nur noch blödeln, durch den kurzen Fang
ist weder ein vernünftiges Suchen, noch ein vernünftiges Apportieren, noch ein vernünftiges Verbellen und schon gar kein vernünftiges Beißen mehr möglich. KAPUTT GEZÜCHTET!!
Der Rottweiler, über diesen Hund erspare ich mir alles. Aus meiner Sicht eine absolute Schande für seinen zuständigen Verein. Der Dobermann ist ebenfalls zum Pausenclown mutiert. Äußerst selten, daß man
noch auf ein annähernd originales Tier trifft. Entweder total angekratzt und ängstlich vor allem, oder Nerven wie Drahtseile. Dann brüllt der Alte hinten an der
Leine: ”Auf gehts, voll dagegen damit der Hund lernt richtig zuzumachen.” Das ist für mich Tierquälerei, die ich nicht unterstütze!!
Ich soll einen Hund in den Ärmel zwingen, obwohl es diesem auf der Couch oder vor der Heizung viel besser gefallen würde, der gar nicht die Gene eines Arbeiters hat,
sondern eher die eines verwöhnten Mutterkindes. Aber, wenn der Hundeführer sagt “haben wollen”, “ich wollen Hund, kupiert, der beißt, aber nur ein bischen und nur nicht mich!!”...
 der Dobermann Anfang 1900
Aber auch beim Malinois in Deutschland sehe ich immer mehr den Drang zur einheitlichen Perfektion. Nicht nur vom Äußerlichen gleichen sich diese Hunde immer
mehr, auch vom Triebverhalten muß man sagen, daß die Vielfalt schwinden geht. Wie oft kommt es noch vor, daß man einen Mali so richtig schön herzhaft verbellen sieht?
Viele Hunde sind so übergeschnappt im einseitig gelagerten Beutetrieb, daß sie das Bellen fast vergessen, aber Griff machen - kein Problem. Auch bei Überprüfungen wo
ein Hund Herz zeigen sollte und von sich aus beweisen sollte was in ihm steckt, können diese Hunde nur einseitig reagieren. Die Genetik dieser Typen Hunde ist
mittlerweile so auf Beute programmiert, daß mir zum einen diese Hunde zu einseitig sind, zum anderen, daß sie mir teilweise als Geisteskranke vorkommen und der Hundeführer als Psychodoc.
Der andere Teil betrifft den aggressiven Typ, den den ich erst mit knapp 18 Monaten vorstellen kann, weil er sonst nur Panik in Form von Aggression vor allem hat.
Linkslastig wird er genannt. Es heißt in Deutschland, daß diese Hunde das andere Extrem in der Hundezucht bilden sollten. Was ich bis heute nur bedingt verstehen
kann. Das heißt, dieser Typ Hund ist ebenfalls durch seine Einseitigkeit für verschiedene Personen wie maßgeschneidert. Sie lieben diese Hunde weil sie durch
ihre nervige Art immer arbeitsbereit “scheinen”. Allerdings muß man auch hier, wie beim Beutehund, davon unterscheiden was ist Arbeitsgier und was ist psychisch
krank. Denn ein Hund der so nervlich angespannt ist und quasi explodiert wenn er Arbeiten darf, wenn das Ventil sich endlich öffnet, wird, nervenbedingt, ebenfalls nur
bedingte Vielfältigkeit bei der Arbeit leisten können. Das Nervige zehrt mit der Zeit an der Psyche, freies Denken ist da nicht möglich, oftmals haben diese Hunde schnell
Durchfall und können sich nur schwer kontrollieren und konzentrieren, alles Defizite welche ich als Ausbilder nur auf eine einseitige Arbeit konzentrieren kann.
Einem großen Teil dieser Hunde ist es nicht mehr möglich unter gewissen Reizen noch nachzudenken sich zu kontrollieren und eine erlernte Übung beizubehalten, vor lauter verrückt, ob Beute oder Aggression.
Der echte Arbeiter ist aber kein einseitig gelagerter oder gar verrückter Hund. Es ist ein Hund der genetisch so viel an Technik, Souveränität, Intelligenz und Herz mit sich bringt daß er fast universal einsetzbar ist. Dazu kommt die genetische
Arbeitsbereitschaft und der Kampftrieb welchen den Hund zum siegen bringt, nicht nur im Schutzdienst wohlgemerkt, denn Beißen ist nicht alles.
Gerade was das Durchsetzungsvermögen, was mit Kampftrieb gleichzusetzen ist, die Arbeitsgier und die genetische Grundlage dafür angeht, kann nach den deutschen
Maßstäben keinesfalls selektiert werden. Da das Durchsetzungsvermögen und die Ausdauer von Intelligenz und Arbeitsfreude nicht in 10 Minuten gesichtet werden
kann. Genauso wenig wie all die anderen wichtigen Eigenschaften eines Arbeiters. Ich sehe den Fehler dieser Zucht auch darin, daß die Deutsche Malizucht aus einem
Mischling einen Rassehund machen möchte, was der Mali aber noch nie war!! Er war stets ein Arbeitshund welcher das verkörperte was wir von ihm haben wollten.
Grobgesagt ein Universalgenie, welches aus dem Wasser apportiert, verlorene Gegenstände sucht, vermißte Personen findet, unsere Habseligkeiten verteidigt und
ansonsten ein gemütlicher Familienhund ist. Ob der Hund Schlappohren hatte interessierte keinen, die Arbeit mußte stimmen, zu jeder Zeit.
Und was wird hier und heute geprüft? -Ob er zwischen Kartons und Kanister beißt und wie groß und schwer er ist... Und warum? Weil sich ein paar Leute dazu berufen fühlen, sagen und bestimmen zu müssen, was
ein guter Hund ist und wie der auszusehen hat, ohne jegliche Rücksicht auf die Originalität und Geschichte dieser Hunde zu nehmen.

Um zurück zum Beuteverhalten zu kommen, nehmen wir dieses als Beispiel. Warum
sind viele der Hunderassen so einseitig auf Spielbeute und Beuteaggression gelagert? Die Antwort ist für mich die einseitige Arbeit. Der Hund muß mittlerweile
nur noch Griff machen und etwas Trieb nach der Unterordnung übrig haben um zu punkten. Und dies bei diesem Minimalprogramm der IPO. Da ist es ganz klar, daß
sich diese Einseitigkeit in der Zucht wiederspiegelt. -Keine Punkte ohne ruhigen Griff. Der Griff ist doch heute ein Hauptmerkmal der deutschen Zuchtselektion. Andere
Aspekte interessieren die Allerwenigsten. Wieviele Top Qualitäten hier schon wegfielen wegen dieser dummen Regel ist nicht nachzuvollziehen. Hunde welche sämtliche anderen genetischen Qualitäten mit sich
brachten und einen guten Arbeiter wiedergaben. Doch in dem System der IPO und der davon abhängigen Zucht ist einfach kein Platz für Außenseiter.
Sicher ist nur eines, mit Punkten sollte man keine Zucht selektieren. Man sollte sich auf die wesentlichen Sachen konzentrieren und nicht auf subjektive Einstellungen von einigen Wenigen
Man sollte sich klar machen, daß ein Gebrauchshund verschiedene Qualitäten
aufweisen sollte, nicht nur Beutetrieb und Aggression. Dies zeichnete diese Hunde schon früher aus. Es war ganz klar, daß aus einem Wurf nicht alle die gleiche
Tätigkeit ausüben können. Die einen sind zu stur, die anderen zu aggressiv, andere haben hervorragende Naseneigenschaften, wieder andere eignen sich nur für die Couch usw.!!
Aber dies zeichnete diese Hunde aus. Und dies sollte nie aus den Augen verloren werden- die Artenvielfalt, also die genetische Breite, so wie die Gesundheit, welche den Arbeitshund ausmachen!!
Doch wie ist es heute? Möglichst alle Welpen aus einem Wurf sollen gleich aussehen und alle einmal Champion im Sport oder in einer Ausstellung werden. Um den Erfolg möglichst groß
zu machen kann nur die Vereinheitlichung helfen, etwas anderes interessiert oft nicht.
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Überlegen wir uns einmal, welche Eigenschaften ein guter Arbeitshund besitzen sollte, um ihn möglichst vielseitig verwenden zu können. Hierzu müssen wir zuerst seine Einsatzbereiche definieren. Wir
können von einem Jagdhund keine Polizeihundeigenschaften verlangen. Oder doch?? Diese Frage wird sich von selbst beantworten! Die Zucht unserer Hunde soll jedenfalls all denen helfen, die beim Suchen und
Retten von anderen Menschen tätig sind, sowie der Polizei als Lebensversicherung oder zum Auffinden von Drogen/Sprengstoff. Hierzu muß der Hund ein perfektes genetisches Fundament mit sich bringen, welches uns
Gesundheit und eine sichere Ausbildung sichert. Er benötigt Technik, Kampftrieb, Gesundheit, Robustheit und ein soziales Wesen.
Oberstes Gebot ist, den Hunden ihre ursprüngliche Arbeit zurückzugeben. Dies ist
nur dann möglich, wenn die Zucht und das Selektionsprogramm die Kriterien der jeweiligen Einsatzbereiche erfüllen
Es muß hierfür teilweise komplett umgedacht werden.
Kräftige Knochen, athletischer Körperbau, gute Körperkontrolle, ein klares Wesen, eine Topgesundheit und die ständige Arbeitsbereitschaft zeichnen diese Hunde aus
Man muß sich an der Natur orientieren und sich jeden Hund und dessen genetische Qualität genau ansehen. Um den bestmöglichsten Deckpartner zu finden, sollte das Exterieur immer mit dem
Wesen des Hundes gleichgestellt werden und komplett den Arbeitsbereich des Hundes wiederspiegeln. Um dies richtig unterscheiden zu können, bedarf es einer sehr objektiven Ansicht.
Und was ist objektiver als die Natur selbst? Genau dieses objektive Denken hat uns letztlich auch dazu gebracht, zu erkennen, daß das was viele Gebrauchshundezucht nennen, nichts damit zu tun hat.
Beim Gebrauchshund sollte immer die Arbeitsfähigkeit und der Verwendungszweck im Vordergrund stehen. Was nicht mehr eintrifft, wenn ich mehr auf einheitliche und
somit auch subjektive Beurteilungen Wert lege, welche sich dann nur noch vom Aussehen abhängig machen. Wenn hier von natürlicher Selektion geredet wird, muß diese im übertragenen Sinn
gesehen werden. Wir Menschen sind dafür verantwortlich, wie es mit unserer Hundezucht bestimmt ist. Wir sollten versuchen sie zumindest annähernd artgerecht zu erhalten. Das heißt für mich als Züchter,
wenn ein Hund nicht fressen will, hat er in meiner Zucht nichts verloren. Wenn ein Hund dauernd Immunprobleme hat egal welcher Art, dann hat er in der Zucht nichts verloren.
Wenn ein Hund nicht im Stande ist, sich von mir zu lösen und sich selbständig zu bewegen, dann hat er in der Zucht nichts verloren.
Wenn ein Hund nicht im Stande ist sich und/oder sein Rudel/Haus zu verteidigen, aus genetischen Gründen, nicht weil er es gelernt hat, dann hat er in der Zucht nichts verloren.
Hunde die nicht springen wollen, welche die wasserscheu sind, aggressive Hunde...! Man könnte dies noch ewig weitertreiben, ich denke allerdings, daß es für jeden
begreiflich ist, wie dies mit dem “Übertragen” gemeint ist. Nach meiner Meinung, ist diese Art der Zucht jedenfalls natürlicher als die, die durch Punkte betrieben wird.
Da es bei diesem Prinzip der Selektion nicht auf Punkte ankommen darf, ist es möglich und zwischenzeitlich auch unabdingbar, zeitweise andere Arten der
Gebrauchshunde untereinander zu kreuzen. Denn nur so ist es möglich eine genetische Vielfalt in den Linien zu erhalten. Um nun diese Hunde selektieren zu können bedarf es, meiner Meinung nach,
traditionellen selektiven Mitteln. Zum einen deswegen, weil immer mehr Traditionen durch den Computer verdrängt werden und wir die negativen Ausmaße welches dies auf unsere Zucht hat nun schon sehen können.
Zum anderen und dies ist wesentlich, deswegen weil unsere Vorfahren weitaus naturverbundener mit den Tieren lebten und sie somit ein besseres Einschätzungsvermögen bezüglich der Selektion hatten!!
Sie wußten ganz genau, welchen Kriterien sie folgen mußten, um eine konstante Zahl an guten Arbeitshunden zu erhalten. Diese Auslesekriterien, für unseren Einsatzbereich, werden, nach unserer Ansicht,
am besten von der K.N.P.V. vertreten.

Sie besitzt immer noch mit die älteste und praxisorientierteste Prüfungsordnung der Welt. Ebenfalls legt die K.N.P.V. keinen Wert auf Punkte hinsichtlich der Zuchtselektion
und es war ihr möglich über all die Jahrzehnte hinweg alte Traditionen zu wahren, welche sich selbstverständlich im Charakter der Hunde wiederspiegeln. Sei es
genetische Technik, Arbeitsfreude, Ausdauer oder Sozialbewußtsein. Fragen wir uns einmal, wie schon so oft, wieso unsere deutschen Linien so kaputt in
den Knochen sind? Ich meine damit alle Knochen, beim Ellenbogen angefangen über den Kiefer bis zum Hinterlauf. Meiner Ansicht nach liegt dies daran, einmal von der
undurchdachten Inzüchterei abgesehen, daß die Hunde nur noch geringste Anforderungen bezüglich ihrer Knochen haben, sprich keine Selektion. D.h. um dies auf den IPO Sport zu beziehen welcher ja als einzigstes
Selektionsprogramm hier in Deutschland zählt, die Hunde müssen nicht mehr richtig springen oder klettern, im Schutzdienst müssen sie immer sauber vom Ärmelhalter
abgefangen werden und sowieso kann ein solches Minimalprogramm nicht der Selektion dienlich sein, weder physisch noch psychisch.
Diese wenigen Übungen sollten es aber sein, zumindest wenn ich diesen Sport als Selektionskriterium ansehe, die das Knochengerüst des Hundes selektieren sollten.
Sehen wir einmal zu unseren Nachbarländern, in denen schon seit Generationen traditionelle Hundeausbildung betrieben wird: Man braucht nicht annehmen, daß ein seriöser NVBK Züchter ein Röntgenphoto
benötigt um seinen Deckpartner zu beurteilen. Wenn es die Hunde geschafft haben bis ins hohe Alter vernünftige Arbeit im Ring zu leisten, dann kann man davon
ausgehen, daß diese Tiere diesen höchsten Belastungen entsprechen. Da scheiden Hunde aus die mit 4 Jahren nicht mehr kräftig mit dem Maulkorb stoßen oder andere
die mit 6 Jahren nicht mehr springen und klettern wollen. Oder in der K.N.P.V., meinst du hier geht jemand zu einem Rüden zum Decken, von
dem er weiß, daß er mit aller Gewalt zum Schwimmen gebracht werden mußte, weil er wasserscheu war?!?! Es kommen hier nur Tiere in die Zucht, die sich vor allem durch ihre Gesundheit,
Kämpferherz und Selbständigkeit bewiesen haben.
Aber jetzt ist es ja so, bei dieser Methode der Zuchtselektion müssen die Züchter wirklich lange warten bis sich ihr Hund bewiesen hat. Das können oder wollen sich
viele in Deutschland nicht leisten. Also wird der Hund mit 18 Monaten geröntgt, dann die SchH1, 2 und 3 gemacht, damit er frühstmöglich in die Zucht kann. Es gibt
also auch keinerlei Ansporn mehr die Hunde länger zu führen, da es ja möglich ist seinen Hund mit 2-3 Jahren schon in die Zucht zu bringen.
Unverständlich, jeder der mit unserer Arbeit vertraut ist weiß ganz genau, daß du mit zwei Jahren oftmals noch gar nicht sagen kannst ob der Hund mit fünf immer noch arbeiten will oder kann.
In Belgien, Holland und Frankreich ist es ganz normal, daß die Hunde mit 10 - 12 Jahren immer noch auf Prüfungen geführt werden und sie sich immer noch beweisen.
Wenn ich dann vergleiche, wie lange die Hunde im IPO-Bereich geführt werden und wie oft und wie viele der Hunde sich schnell verletzen und dies schon im jungen
Alter, egal auf welche Weise, von der Stauchung der Nackenwirbel bis zu Bänderdehnungen und Riß, trotz daß ihnen zum Beispiel, mittels korrektem
Abfangen der Helfer immer geholfen wird, trotz daß es nur einen Hochsprung von einem Meter gibt und eine Schrägwand von nur 1,80 Meter..., dann frage ich mich: Was ist da los?!?!
Da stimmt doch etwas in der Natur dieser Zuchtselektion nicht mehr. Doch wie läuft es wirklich ab? Menschen die sich sehr viel Gedanken um die Ausbildung sowie die Zucht machen
und schon seit Generationen probieren auf natürlichem Weg, mit einer dem Arbeitshund entsprechenden Prüfungsordnung, ohne große Hilfmittel und den damit
verbundenen Kosten, Hunde zu selektieren, werden diskriminiert. Selbst Züchter die probieren innerhalb des Verbandes andere Zuchtauslesen und Ausbildungsprogramme zu betreiben werden diskriminiert
Und die, die diese Leute so bekämpfen, haben noch nicht einmal erkannt, daß sie mit ihrem Perfektionismus die Art des Arbeitshundes in den letzten Jahrzehnten fast
ausgerottet haben, angetrieben von dem verleumderischen Gedanken die jeweilige Rasse nach Ihren Maßstäben zu “verbessern”, anstatt zu erhalten.
Dieser Perfektionismus ist daran schuld, daß unsere Hunde nicht einmal mehr geringsten Belastungen ausgesetzt werden können. Es ist auch eine Zeitfrage hinsichtlich der Ausbildung. Was meinst Du wieviele dieser
faulen Züchter wegfallen würden, wenn sie nun anstatt der 20 Minuten im Monat, plötzlich 20-30 Stunden im Monat mit ihrem Hund arbeiten müßten um ihn in die Zucht zu bekommen.
Dann wäre der Hund aber ausgelastet und selektiert!! Diese Leute wollen mir erzählen, daß es reicht einen richtigen Arbeitshund mit dem
Schemaprogramm der IPO “tierschutzgerecht” zu fordern?!?! Diese Leute wollen mir erzählen, daß der damit erbrachte Aufwand bezüglich der Ausbildung reicht, um
einen richtigen Arbeitshund auszulasten und zu sichten?!?! Und schließlich behaupten eben diese Leute, daß es auch noch reicht unter diesen Bedingungen zu züchten?!?! Und warum?
Wegen ihrer Bequemlichkeit? Geht es diesen Menschen überhaupt um den Arbeitshund oder nur um ihren eigenen Profit? Oder ist es einfach nur haben wollen um den kleinsten Preis?!?!
Jedenfalls sehe ich diesbezüglich keinerlei Argumente die mir beweisen, daß diese Arbeit tierschutzgerechter sein soll, als die Arbeit in der K.N.P.V. oder im Ring. Für
mich jedenfalls steht fest, daß man sich immer am Besten orientieren und sich nicht auf den untersten Stufen aufhalten sollte.
Ich möchte hier keinesfalls die der IPO angehörenden Hundesportler angreifen.
Natürlich weiß ich ganz genau, daß auch hier absolute Spitzenhunde vertreten sind. Ich respektiere die Philosophie dieser Art des Sports. Schließlich betreibe ich ihn
ebenfalls. Es ist mir bewußt, was es heißt einen Hund konstant oben laufen zu lassen. Aber bei mir dient diese Arbeit nicht der Zuchtselektion und auch nicht der
Ausbildung, sondern dem Spaß mit meinem Hund und anderen Vereinsfreunden den Tag zu verbringen!! Selbstverständlich auf höchstem Niveau!!
 “JASKO” auf dem IPO Platz
Durch unser heutiges Computerzeitalter gehen immer mehr Traditionen verloren. Bezüglich der Hunde, also der Natur, ist es aber nicht möglich mit Hilfe von Geräten
und Computern wesentlich in der Zucht einzuwirken, zumindest nicht im Positiven. Was uns dazu bringen sollte, umzudenken und uns an früher, an unsere Vorfahren,
zu erinnern. Da sie diejenigen waren, die es uns ermöglicht haben mit diesem Kulturgut umzugehen. Um dieses Gut zu erhalten, sollten wir zurückkehren zu den Anfängen. Wir müssen
wieder vom Hund lernen und beginnen uns mit unseren Tieren richtig zu beschäftigen und diese lesen lernen, damit wir sie objektiv beurteilen können.
Denn zu einem guten Arbeitshund gehört mehr wie nur Beißen 
Man sollte die Rassen nochmals aufteilen, in Gebrauchs- oder Arbeitshunde, Sporthunde und Schauhunde, damit man aus diesem Mischmasch welcher in den
letzten Jahrzehnten produziert wurde wegkommt. Es gibt keine “schönen” Arbeitshunde. Außer man bezieht Schönheit auf die Gesundheit und die Arbeitsfähigkeit, da sie das
einzigste Kriterium ist welches man objektiv beurteilen kann.
Zurück zur Natur!! Ausbilden wie unsere Vorfahren. Wer nun denkt der spinnt mal wieder hat weit
gefehlt. Hiermit ist nicht die Brutalität gemeint, welche früher manches mal auf den Hundeplätzen angewandt wurde. Es geht hier einzig und alleine darum, genetische
Talente im Hund zu erkennen, zu forsieren und in eine brauchbare Übung umzuwandeln. Wer das probiert, kann sehr schnell an die Grenzen seiner Hunde stoßen. Wie lange
ist es dem Hund möglich, unter anderen Belastungen den Trieb zu halten. Gerade der Faktor Zeit und die Anzahl der zu leistenden Übungen machen Hund wie
Hundeführer schnell müde und zwingen so manchen nach einigen Monaten zum Aufgeben weil es mental nicht zu schaffen scheint. Wenn ich als Beispiel unser Suchen im Suchfeld nehme. Hier wird dem Hund über
einen technischen Zwang, dem Halten der kleinen Gegenstände, über ein halbes Jahr und länger beigebracht was es bedeutet einen kleinen Gegenstand zwischen den
Schneidezähnen ruhig zu halten. Erst wenn er dies verstanden hat und auf Kommando den Gegenstand ruhig greift und zwischen den Schneidezähnen hält
trainieren wir das Suchen, Finden, Aufnehmen und Zurückbringen. Man sieht schon wie diese Übung nochmals in einzelne Gruppen unterteilt wurde. Nun benötigst Du
hierfür einen Hund der stolz darauf ist diese Arbeit gut auszuführen und der es schafft von sich aus sich nach dieser eindringlichen Ausbildung noch auf das Suchen
zu konzentrieren und nicht nur auf das Festheben. Genauso mußt Du als Geleiter darauf achten wie Du ausbildest und stets etliche Schritte im Voraus denken. Der
Hund und die Übung stellen den Mittelpunkt deines Problems dar. Von dem einzelnen Hund zu lernen um zum späteren Erfolg in der Ausbildung zu kommen ist
die Devise. Du mußt den Hund immer gut beobachten und vor allem geduldig sein. Nur diese Art der Ausbildung zahlt sich aus. Erst hier, durch diese kleinen
verschiedenen Übungen wird das Durchsetzungsvermögen und die Intelligenz von Hund und Hundeführer auf die Probe gestellt.

Der echte Arbeitshund besitzt eine Intelligenz, welche aus der Kombination
Arbeitstrieb und Kampftrieb entsteht, gepaart ist mit genetischer Technik und die ihn so manches Problem lösen lernt. Kann man damit umgehen, ist geduldig, offen
und besonnen wird man einen stets zuverlässigen Arbeiter an seiner Seite haben, welcher von sich aus lernt und immer bereit ist das Beste zu geben.
Das Intelligenzvermögen dieser Arbeitshunde ist ein sehr großer Aspekt, welcher durch ein stumpfsinniges und einseitiges Arbeiten keinesfalls gefördert wird. Das Umdenken tut Not.
Ich sehe die einzigste Verbesserung unserer Gerbrauchshunderassen darin sie wieder vielseitiger auszubilden und zu sichten. Und dazu gehören andere
Ausbildungsprogramme, welche die tatsächlichen genetischen Stärken und Schwächen des Hundes aufdecken. Gerade in der Ausbildung sind so viele
Kleinigkeiten, welche einen guten Arbeitshund selektieren, zu sehen, welche ich aber nur aufdecken kann wenn ich sie prüfe. Ein Programm welches nur minimalste
Anforderungen an einen Hund stellt kann dies nicht, da sich die Selektion nur auf niedrigstem Niveau aufhält.

Wasserarbeit gehört nicht nur zu unseren Selektionskriterien. Sie bietet den Hunden ebenfalls einen schönen Ausgleich und baut ihr Selbstvertrauen.
Auch sollte der Arbeitshund frei zur Kreuzung gegeben werden. Nur so wird eine Vielseitigkeit in den Genen wieder möglich. Was spielt das schon für eine Rolle ob
mein Hund mit einem DSH und einem Mali gekreuzt ist und aber dafür zum Schluß der Rücken etwas davon hat und auch meine genetische Technik zum Beispiel im
Springen oder Apportieren zurückerlangt wird. Auf die Art der Arbeit kommt es doch an und wie diese gemacht wird, das ist doch das was wir ursprünglich einmal mit
unseren Hunden erreichen wollten. Parallel dazu sollte man andere Ausbildungs- und Selektionskriterien in Deutschland anbieten und anerkennen. Damit kommt wieder
ein Leben in den so einheitlichen, eintönigen und tödlichen Hundesport in Deutschland. Durch die ständige Korrektheit im Sport kann sich der Hund nie frei bewegen und
entfalten. Um aber sehen zu können was ein Hund genetisch in sich birgt, muß er weg vom künstlich Erlernten. Somit erklärt sich wieder einmal, warum es so wichtig
für unseren Gebrauchshund ist, auf verschiedenen Ebenen eingesetzt werden zu müssen. Erst so können wir sehen, ob er auch wirklich dem entspricht für was wir ihn anpreisen.
Die Gegner dieser Idee sollten sich einmal besinnen und sich hinterfragen, ob sie mit ihren ständigen, lächerlichen Gegenargumenten nicht mehr sich selbst befriedigen
als die Hunde(zucht). Denn mit Sachverstand haben die schon lange nichts mehr am Hut!! Wann wird endlich erkannt, daß Emotionen in dieser Zucht nichts verloren haben,
sondern ein klarer Verstand und objektives Denken!!

Man muß mit den Hunden verschiedene Arbeiten verrichten um die Qualitäten des Individuums zu erkennen und zu fördern .
Die Qual der Wahl: Nun kommen wir zur Frage, von wo denn eigentlich die Hunde kommen sollen, die
wir führen wollen. Wir haben schließlich mehrere Länder, die Gebrauchshundeselektion nach natürlicher Art und Weise betreiben, zur Auswahl.
Hier bin ich der Meinung, daß man sich vor Ort die Selektionsmethoden und Arbeitsweisen, sowie die Hunde ansehen muß. Jedes Land muß man sagen, hat seine
Vor- und Nachteile. In Frankreich ist der Mali z.B. recht klein und trocken. Diese Hunde besitzen eine wahnsinns Geschwindigkeit und einen abnormalen Trieb, dies alles gepaart mit sehr hoher Intelligenz.
In Belgien ist das Ausleseprogramm wieder ganz anders. Wenn man eine Ringprüfung in Belgien besucht, sieht man sofort den Unterschied. Ich kam mir das
erste Mal vor wie in einem Zirkus, wo auch alle um den Ort des Geschehens sitzen. Die Hunde sind viel größer und kräftiger. Die Prüfungsordnung ist weit nicht so
militaristisch als die in Frankreich. Dies sieht man natürlich auch in den Hunden, welche trotz der gewissen Freiheit absolut gehorsam sein müssen. Die Belgier
probieren z.B. ihre Hunde durch das Maulkorbstoßen, im Nackenbereich, wie auch in der Zivilschärfe zu selektieren. In Holland ist das wieder ganz anders. Hier ist es kein Sport der betrieben wird,
sondern eine Ausbildung im Namen der Polizei und der Königin. Hier findet man Hunde verschiedenster Charaktere. Der holländische Arbeitshund wurde selektiert
auf seine Sozialität gegenüber seines Herrn, seiner absoluten Robustheit und Selbständigkeit. Durch die unterschiedlichen Traditionen der Ausbildungsprogramme der genannten
Länder, wurden in all den Jahren der Zucht immer mehr verschiedene Charaktere gezüchtet. Welche heute unserem Nutzen dienen!!
 Dieser Arbeitshund aus Holland ist das beste Beispiel für deren Zuchtauslese.
Zusammengefaßt: Wir müssen uns nun klar machen, daß es an uns hängt, wie wir diesen Hund erhalten. Wir sollten objektiv werden und erkennen, daß unser Selektionsprogramm in
Deutschland, nicht die ursprüngliche Art des Gebrauchshundes schützt. Wenn es nötig ist Hunde auf einer Körung am Schwanz zu ziehen (DMC-Körung in Hünxe) um sie zu selektieren, dann kann da was nicht stimmen!!
Keiner unserer Vorfahren mußte je seine Hunde auf diese Art und Weise selektieren, nur um den Besten ermitteln zu können. Ich würde Herrn Scherkel gerne einmal fragen, was er denn getan hätte, wenn der
Hund nicht abgelassen hätte als er ihn so am Schwanz gezogen hat. Was hätte er getan um die Belastung zu steigern?!?! Was ich alleine aus dem Umfang und der Vielseitigkeit eines Selektionsprogramms
ziehen kann ist doch um Weiten mehr Wert als das bischen Beißen in Kartons und Kanistern. Dies kann vielleicht ein Punkt von vielen sein, sollte doch aber keinesfalls
den Hauptbestandteil einer Gebrauchshundekörung darstellen. Wo beim richtigen Arbeiter Arbeit beginnt und die Aufwärmphase erledigt ist, ist die
Körung schon vorbei. Hierdurch ist es hinfällig auf diese Art den Echten zu sichten,- da echte Arbeit gleich Null. Die Masse der vorgestellten Hunde zählt eben mehr.
Es sollte allerdings umgekehrt sein. Die Körung sollte das Ziel einiger weniger sein, die sich dazu entschließen ihren Hund über die Jahre hinweg ausbilderisch so
vorzubereiten, daß er technisch wie konditionell eine echte Arbeitsprüfung übersteht. Diese wiederum einen solchen Umfang besitzen muß, daß auch wirklich
nur der echte Arbeiter bestehen kann. Sie sollte sich konzentrieren auf die wesentlichen genetischen Eigenschaften des Arbeitshundes. Dies beginnt in der
Wasserarbeit, geht über das Revieren, Gegenstandsbewachen, Springen, Gehorsam allgemein, Sozialverträglichkeit, Durchsetzungsvermögen und Kampftrieb bei
jeglicher Arbeit, Intelligenz und endet irgendwann in der Mannarbeit. Daß ein solcher Prüfungstag dann den ganzen Tag dauert und nicht nur 10 Minuten sollte
jedem klar sein. Doch dann werden viele Hundeführer aufwachen und erstaunt sein was man alles mit dem Hund erreichen kann und, daß es noch mehr Kommandos gibt
als Fuß, Sitz, Platz, Steh, Aus, Such, Bring, Voran und Voraus. Und es wird erkannt werden wie wichtig bei so vielseitiger Arbeit eine vielseitige
Genetik ist. Genausowichtig wie ein vielseitiger Hundeführer, denn nicht für jede Übung hat der Hund eine genetische Vorlage.
 2,75m Auch für K.N.P.V. Hunde kein Problem
So denn, letztlich liegt es an jedem selbst, welche Art von Gebrauchshund er führen oder züchten möchte. Sicher ist meine Ansicht genauso subjektiv wie die der
Anderen, aber man sollte auch diese Meinung respektieren!! Wir sollten zusammen für den Arbeitshund kämpfen, andere Meinungen respektieren
und miteinander, voneinander lernen. So würden wir mehr erreichen, als immer nur den eigenen Erfolg erzielen zu wollen!!
Wir probieren jedenfalls von Allen zu lernen. Wir schätzen die Meinung und
Einstellung von Jedem der probiert den Arbeitshund zu erhalten (nicht zu verbessern!!!) und sind ebenfalls über jede Meinung, ob positiv oder negativ, froh.
Nur gemeinsam lassen sich Fehler aufdecken und beseitigen.
Mit diesen Worten schließt sich diese Rubrik. Ich denke, daß dieser Text für jeden verständlich geschrieben ist und wünsche Euch noch viel Spaß beim Stöbern auf den restlichen Seiten.
Bei Fragen oder Anmerkungen könnt Ihr mir jederzeit eine Mail schicken.
 der Bouvier vor 1920
Text: Kai Müller
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