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Diese Rubrik soll den Abschluß unseres Wissensstandes nach 4-jähriger intensiver Ausbildung und Zucht von holländischen Arbeitshunden darstellen. Sie soll nochmals zusammenfassend und trotzdem mit wieder
neuen Erkenntnissen informativ sein. Für alle die meinen, daß ich jetzt total spinne - keine Angst, der Biohund ist weder grün, noch Vegetarier. Er ist das Endprodukt einer seriösen Zucht, welche auf
erbgesunden und genetisch vitalen, sowie bestens selektierten Hunden aufgebaut wurde. Er ist das Endprodukt einer der Natur am nähesten kommenden Zuchtform und soll das Resultat des biologischen Kreislaufs welcher
Zucht, Ausbildung und den Arbeitsbereich zusammenhält, vereinen. Dieser Biohund geht allen hiesigen Linien voran, weil er durch Selektion, genetische Vielfalt, Gesundheit, Arbeitsbereitschaft, Souveränität sowie
Kampftrieb bestechen wird. Nur er kann es sein, welcher unsere bisher so hochgelobten wie kaputt gezüchteten Linien in der Zukunft ablösen wird. Schon bald wird die heute noch so angepriesene In- und Linienzucht und
deren Selektionsprogramm ihr Verderben auch über die restlichen arbeitsfähigen Tiere in Deutschland bringen. Dann wird die Zeit kommen, in der man froh sein wird auf erbgesunde und arbeitsfähige Tiere zurückgreifen
zu können. Tiere welche durch ihre genetische Vielfalt und ihre Selektion im Zuchtwert steigen und nicht durch einen Championtitel oder einer hohen Punktzahl in der Prüfung. Um genau dorthin zu kommen bedarf es
allerdings immer noch einigen Anstrengungen. Viel Aufklärung, Wille und Weitsichtigkeit muß mitgebracht werden, um schon jetzt einen Ausgleich schaffen zu können, bevor es wirklich fünf nach zwölf sein wird. Die
Windmühlenflügel der hier anerkannten Rassezuchtverbände und deren Propagandamaschinerie setzen dem Vorhaben “Biohund” immer wieder sehr stark zu. Durch Gegenkampagnen welche nur den rassereinen und
liniengezüchteten Hund hervorheben und alles Fremde verpönen sollen bzw. sogar diskriminieren sollen, wird immer wieder probiert, das mittelalterliche Denken von Zucht und Standardtreue aufrecht zu erhalten. Die
Diskriminierung anderer alter Selektionssysteme mit dem Argument der tierschutzfeindlichen Ausbildung ist gängig. Mit einem Tierschutzgedanken hat dies genauso wenig zu tun wie die Einfuhr der Tausenden von
Straßenhunden aus dem Ausland jedes Jahr... Solange die hiesigen Standardhunde noch einigermaßen laufen können, es Ärzte gibt die immer wieder bereit sind ein gequältes Tier durch irgendwelche Operationen und
Medikamente weiterleben zu lassen, kann sich wohl auch nur sehr schwer etwas ändern. Ich denke, erst wenn die Menschen erkennen, daß die Qualzucht schon in der Selektion der Zuchttiere losgeht und erkennen, daß
Natur Natur bleibt, daß die Evolution durch ihre Züchterhand nicht aufgehalten werden kann und sie nicht Gott sein können, erst dann wird erkannt werden, welche Qual den Tieren alleine durch die Art der Zucht und
Selektion angetan werden kann. Wieviele Hunde werden jedes Jahr bewußt geboren, obwohl sie auf natürlichem Weg nicht überleben könnten?? Hündinnen welche nur noch mit Kaiserschnitt gebären können, Welpen die
ohne Zufütterung aus der Flasche nicht überleben oder ohne Bodenheizung erfrieren?? Hunde welche durch In- und Linienzucht ihrer Genetik beraubt und verstümmelt wurden. Welche außer ihre Äußerlichkeiten nichts mehr
mit der Rasse an sich zu tun haben. und und und Ein Wissenschaftler aus Amerika schrieb dazu, nachdem er verschiedene Ahnentafeln verschiedener Rassehunde in der Hand hielt:“Wenn ich eine solche Zucht zu
wissenschaftlichen Zwecken betreiben würde, müßte ich mich schon längst vor Gericht verantworten...” (Auszug aus dem Buch: Hundezucht 2000 von Herrn Prof. Helmut Wachtel) Wie weit soll das noch gehen??
Doch wie ist es vor Ort? Beispiel: Der VDH wirbt damit -zig Kontrollen in seinen anerkannten Zuchtstätten zu machen. Hier gibt es Zuchtwarte, Hauptzuchtwarte, Züchterseminare und was sonst noch alles?! Und für
was, wenn keiner etwas Ahnung von der Genetik hat? Für was wenn heute immer noch das alte Zuchtschema der Inzucht angepriesen und verteidigt wird? Für was, wenn an diesen Stellen Menschen sitzen, welche oftmals nur
geringste Anforderungen bringen um zu züchten und zu kontrollieren und von arbeitenden Hunden eigentlich nichts wissen möchten? Für was, wenn all das verleugnet und diskriminiert wird was den Arbeitshund wieder ins
Leben rufen würde? Für was, wenn Vielseitigkeit in der Zucht und in der Selektion noch immer abgelehnt wird??
Für mich stellt ein echter Hundeführer wie ein Züchter etwas mehr dar wie nur ein Mensch der weiß, daß es vorne frißt und hinten scheißt... Ich möchte dies vielleicht etwas mit einem guten Jäger vergleichen. Er ist für mich, wenn er
seine Sache richtig ernst nimmt, kein Mensch der aus Minderwertigkeitskomplexen auf die Jagd gehen muß, oder weil sein Geldbeutel zu schwer ist und er sich diesen “Sport” gönnen
mag. Nein, ein Jäger ist für mich mehr Biologe als Derjenige der dies studiert hat. Ein guter Jäger kennt jeden Vogel, jeden Baum und jeden Strauch. Er weiß genau wie der biologische
Kreislauf funktioniert, was Evolution bedeutet und wie empfindlich diese auf verschiedene Umwelteinflüsse reagiert. So auch der Hundeführer und Züchter. Sie sollten sich nicht nur mit dem Hund befassen,
sondern sich allgemein mit der Natur auseinandersetzen. Das hilft Vieles einfacher zu verstehen. Plötzlich werden Dinge klar, welche man vorher nie begreifen konnte. Dies merke
ich immer wieder wenn ich Leuten aus meiner Hundeschule oder auf dem Hundeplatz von Vergleichen aus der Natur erzähle. Gerade im Bereich der Selektion sind hier sehr viele Erkenntnisse zu machen.
Wenn man sieht wie rigoros in der freien Natur die Evolution das Leben formt und wie verfälscht in unserem Leben der Tierschutzgedanke in der Hundezucht vertreten wird, kommt
man schon so manchmal ins grübeln. Man merkt wie viele Menschen überhaupt keinen Bezug, bzw. nur noch einen übertriebenen vermenschlichten Bezug zu ihrem Tier und letztlich zur
Natur haben. Der Natur- und letztlich der Tierschutzgedanke muß in diesem Fall und gerade für diese Menschen absolut neu definiert werden. Mit dem fehlenden Wissen von natürlichen
Gegebenheiten, Evolution und Arterhaltung ist es für Manchen sehr schwer umzudenken und zu realisieren wie man durch diese Unwissenheit gezielt den Hund in die Vernichtung treibt.
Gerade im Bereich Zucht-Selektion, Ausbildung-Arbeitsbereich usw. kann meiner Ansicht nach, hier in Deutschland, mittlerweile keine Natürlichkeit mehr erkannt werden. Da immer mehr
durch gezielte Dressur dem Hund angelernt wird und natürliche Verhaltensweisen, Techniken, welche im guten Zuchthund genetisch bedingt sein müssen nicht mehr in dem Ausmaße
verlangt werden wie es in einem guten Selektionsprogramm sein sollte. Wenn man nun aber wieder den Faktor Natur in Betracht zieht merkt man sehr schnell, wie wichtig es ist daß z.B.
keine Inzucht ensteht, genetische Techniken zu erhalten oder welche Anstrengungen es für das Individuum im Tier- und Pflanzenreich bedeutet, um sich weiterzuvererben. Das geht nicht
erst bei den jungen Pflanzen und Tieren los, bereits die Eltern haben sich zu beweisen, sowie deren Vorfahren und zwar auf Leben oder Tod. Lebewesen ohne genetische Vitalität,
Gesundheit, Härte, Kampftrieb und Einfühlungsvermögen kommen hier nicht zum Zug. Warum werden dann so oft von so vielen Menschen immer und immer wieder gerade diese
überlebenswichtigen natürlichen Gegebenheiten verleugnet, verkauft oder gar als nicht gesellschaftsfähig angeprangert? Liegt dies vielleicht daran, daß dieser echte
Tierschutzgedanke den Hund so formen würde, daß er nicht mehr in dem Ausmaß gezüchtet werden könnte wie es momentan der Fall ist...?
-Natürliche und überlebenswichtige Verhaltensweisen als nicht gesellschaftsfähig zu erklären; -In -und Linienzucht gezielt zur vermeintlichen “Arterhaltung” einzusetzen;
-Vitalitäts- und Gesundheitsverluste, sowie psychische Probleme durch schlechte Selektion bewußt in Kauf zu nehmen; -Einsatz von Hunden in der Zucht welche genetisch, gesundheitlich und charakterlich nichts
mehr mit einem Arbeitshund zu tun haben; und und und Dies zeigt doch schon gut genug wieviel von der Natur und letztlich vom Hund verstanden wird/werden will. - Gar nix!!

Doch nun wieder zurück zu unserem Verhältnis Hundeführer/Ausbilder und Züchter.
Nur wenn diese Hand in Hand arbeiten ist es möglich, daß der HF einen guten Hund bekommt und der Züchter eine ehrliche Meinung von seinem Produkt, was natürlich wieder ausschlaggebend in der Zucht ist.
Nur wenn der HF weiß, daß diese Hunde gut selektiert und gezüchtet sind, wird er dort einen Hund kaufen. Nur wenn der Züchter genau weiß, daß der HF seinen Hund ehrlich ausgebildet
und selektiert hat wird er diesen fragen, ob er den Hund zum züchten einsetzen darf. Nur wenn diese Ausbildung und Prüfung einen Hund hervorhebt der genetische Vitalität,
Techniken und natürliche Gegebenheiten, Charakter, Gesundheit, Herz und Wille besitzt, ist es möglich den Hund ehrlich zu beurteilen, für die Zucht als auch den späteren Arbeitsbereich.
Nur wenn das Programm alle gebrauchsfähigen Sparten des Hundes prüft und abverlangt ist es möglich den Hund im Ganzen zu beurteilen. Auch wenn verschiedene Sparten der
Ausbildung nie Gebrauch finden sollen, sind sie stets wichtig für den Hund, ob psychisch oder physisch. Und eines sollten wir nie vergessen: Alles was den Hund fordert kann ihn nicht nur
selektieren, sondern ihm auch sehr viel Spaß, Konzentration, Ausdauer oder eben einfach gesagt den nötigen Ausgleich bringen.
Eine Prüfungsordnung welche nur minimalste Veranlagungen prüft um den Hund bestehen zu lassen kann nicht als seriöses Selektionsprogramm anerkannt werden, weder für die Zucht
noch den Arbeitsbereich, muß also folglich als tierschutz- oder artenschutzirrrelevant vermarktet werden. -Hier genau lesen: es heißt nicht “tierschutzwiedrig” sondern irrelevant. Hier ist gerade die Weise des deutschen Systems zu nennen, welches im Gebrauchshundsektor
an das Minimalprogramm der VPG bzw. der IPO anknüpft, an ein Programm, bei dem der bestdressierteste Hund stets vorne liegen wird und lediglich als Sportprogramm gesehen werden darf.
Schon Dr.Raiser hat vor jahrzehnten verschiedenste Verhaltensweisen im Hund so definiert, daß es ausbildungstechnisch nur noch ein Klax war, diese zu forsieren und zu kanalisieren.
Plötzlich wurde sehr viel Wert auf den bekannten Triebwechsel gelegt und darauf, daß Hunde gezüchtet wurden, die diesen immer einfacher praktizieren konnten, bzw. sich darin immer
einfacher machen ließen. Leider ging eine Komponente dabei total unter: der Kampftrieb. Es reichte nun nur noch Beute(Spiel)trieb und etwas Aggression um einen Hund im
Schutzdienst gut aussehen zu lassen. Was sich natürlich prompt in der Zucht zeigte. Mit der falschen Definition vieler, bei der Aggression mit Kampftrieb gleichgesetzt wird, dachte
man wohl, daß der echte Arbeiter mit der Beute-Aggressionszucht erhalten bleibt. Daß allerdings eigentlich der Kampftrieb der Trieb ist, welcher den Hund überhaupt bewegt und
zum Gewinnen zwingt, ihn souverän und intelligent werden läßt, und die Aggression stets ein reaktiver Begleiter ist und erst dann entsteht wenn ein Hund nicht mehr weiter weiß, ist wohl
eher weniger Menschen richtig bewußt. Ich weiß nicht wieviele Hundesportler der Meinung sind, daß Kampftrieb mit Aggression gleichzusetzen ist, doch dazu später mehr...
Durch die geringe Definition des Gebrauchshundes im Allgemeinen, nicht nur von Herrn Raiser, wurde auch aus dieser Sicht überhaupt keinen Wert mehr auf andere sehr wichtige
natürliche Gegebenheiten des Arbeitshundes gelegt. Wozu auch? Der Triebwechsel, etwas Unterordnung und Fährte und die Prüfung konnte bestanden werden, mit etwas mehr Aufwand und Nachdenken sogar ganz gut.
Die Zeit verging und der DMC kam immer weiter hoch. Je mehr deutsche Schäferhunde, Rottis, Dobermänner und Riesenschnauzer im Sport wie im Dienst versagten, desto größer
wurde der Zulauf im Club. Der Club bestach damit, daß er anfangs wirklich nur von Enthusiasten geführt wurde, welche alle das gleiche Ziel anstrebten, einen Arbeiter in
Deutschland zu etablieren. Sie kannten genau das Selektionssystem ihrer Hunde und hatten schon damals große Erkenntnisse im Vergleich zur hiesigen Selektionsmethode. Um nun vom
VDH anerkannt zu werden, mußten sich die Leute immer mehr anpassen. Aus einer ZTP wurde eine Körung 1-3, nun nur noch Körung 1-2 eingeführt. Was allerdings belanglos ist,
da, egal in welcher Körungsstufe, nicht einmal geprüft wird wofür der Malinois wirklich steht. Weder Sprungtechnik, noch Intelligenz, noch Apportiertrieb, noch Schwimmen, noch
Kampftrieb und Kondition, noch Soveränität, noch Nervenstärke wurde und wird hier in dem Ausmaße geprüft wie es ein echter Arbeiter verdient hat. So kam es auch in diesem Club
soweit, daß immer mehr der monotone, modisch hübsche Sporthund mit kleinen Stehohren und übergeschnappten Spieltrieb hervorgezüchtet wurde. Kampftrieb, Ausdauer,
Selbstsicherheit, Arbeitswille und Souveränität wurden zum großen Teil durch Aggression und Beutetrieb ersetzt. Farb- und Größenunterschiede werden immer belangreicher. Der
Einheitshund wird immer mehr perfektioniert. -Mit kleinen aber vorzüglichen Ausnahmen!! Wo früher eine Hand voll Enthusiasten mit echten Arbeitern gearbeitet und gezüchtet haben
sind nun Heerscharen von selbsternannten “Superzüchtern”, welche außer in einer IPO Prüfung noch nie einen Mali haben arbeiten sehen. Welche mit lackierten Fingernägeln und
Breitreifen auf dem Hundeanhänger (nichts gegen dich Karsten) zum Training kommen und lieber im Clubhaus sitzen bleiben wenn es regnet. Wo der Zwinger Fußbodenheizung besitzt,
der Anhänger Klimaanlage und das Futter nur vom Besten sein darf, weil das Hundchen nichts anderes verträgt... Dies sind alles Fakten welche in diesen biologischen Kreislauf “Arbeitshund-Biohund” einwirken
und dessen Evolution beeinflußt haben. Dies muß man erkennen, darf es nicht glauben, erst dann kann man etwas verstehen und ändern.
Es sind Punkte, Kleinigkeiten, die die Herren Züchter, nicht nur vom DMC, schon längst erkannt haben müßten, da sie ja zum großen Teil aus anderen Rassezuchtverbänden zum DMC
wechselten nachdem die Zucht des vorherigen Verbands durch diese “Kleinigkeiten” kaputt ging... Wenn ich gerade einen Zuchtwart (nicht vom DMC) aus einem benachbarten Bundesland
nehme, kann man diesen als bestes Beispiel sehen. -Ein ganz lieber und netter Mann, den ich niemals menschlich angreifen würde. Aber wie man eine solche Person an einen Platz setzen
kann, von dem aus viel in der Arbeitshundezucht entschieden wird, kann ich nicht verstehen. Der Mann ist zudem Schaurichter, hat ein paar IPO Hunde ausgebildet und mehr nicht, hat
auch sonst noch nichts anderes gesehen wie die Hunde in seinem Bezirk. Da hört es bei mir schon auf, doch nicht bei ihm. Auf Züchterseminaren muß er natürlich auch noch referieren.
Damit auch noch der Rest der Leute mitbekommt wie wenig er den echten Arbeiter vertreten kann. Weder über Genetik kann er etwas erzählen, noch über gute und natürliche
Zuchtselektion, noch über arbeitsfähige Zuchtpartner. Aber das Computerprogramm zur Auswahl des best geeignetsten Deckpartner konnte er installieren. Die Schauergebnisse und
Bewertungen hat er immer im Kopf. Wie soll auf diese Art und Weise Artenschutz und auch Tierschutz betrieben werden, wenn bereits ein Zuchtwart nur einseitig an der Sache interessiert
ist? Doch durch Sandardtreue und Monotonie ist es natürlich einfacher Menschen zu finden die diese Minimalanstrengungen bewältigen können. -Ehrlich ist das aber nicht...

Durch meine Erfahrungen in der Natur habe ich gelernt, daß die Natur nicht zu bescheißen ist, schon lange nicht durch Minimalstaufwand in der Definierung verschiedener Qualitäten. Wer
etwas Ahnung von der Natur hat, eine Eiche von einem Apfelbaum unterscheiden kann, muß wissen, daß nicht jeder Baum gleich sein kann. Monokulturen brachten schon immer den Tod für Anderslebende und Andersdenkende.
Ob ich hier den Vergleich mit dem Inselleben unserer Rassehunde nehme, welche mit ausländischen Hunden nicht gekreuzt werden dürfen, oder die Monokultur eines Waldes mit
der eines Mischwaldes vergleiche, ich komme immer auf das gleiche Ergebnis: Überall wo gemischt wird und der Natur freien Lauf gelassen wird ist mehr Leben im Spiel als in allen Monokulturen.
Das ist auch ganz klar, überall wo die Natur nur etwas Freiraum zum Entfalten bekommt, geht diese auf und versucht zu leben. Im Vergleich mit den Hunden und der Prüfungsordnung der KNPV und der IPO ist dies sehr
schön zu sehen. Wenn ich in der KNPV beginne einen Hund zu schulen sehe ich mir zuerst dessen natürliche Verhaltensweisen an. Z.B. das Suchen der Gegenstände im Suchfeld: Hier sehe ich mir den
Hund an wie er sucht und apportiert. Oftmals haben die Hunde von Natur aus eine Technik zum Suchen und Stöbern welche ich durch Pressen in ein Standardprogramm vernichten
würde. Ebenso das Apportieren. Es gibt Hunde die lieben es diese Gegenstände sauber zu apportieren, andere rennen damit weg, andere beißen sie kaputt, der eine ist schnell der
andere langsam usw. Nun lege ich fest was ich benötige um einen sicheren Hund zu bekommen. Ich frage mich also, muß er schnell bringen? - Nein, solange er mir den
Gegenstand sicher sucht und sauber apportiert. Darf er den Gegenstand kaputt beißen? -Nein hier muß ich einwirken, damit er später keine Beweismittel vernichtet.
Muß er schnell und technisch akurat suchen? -Nein, solange er sicher arbeitet und auf mich hört wenn ich ihn in eine Richtung schicke. Alles andere lasse ich dem Hund freigestellt.
Im Vergleich zur IPO sind dies natürlich Welten. Hier beginnt man schon im Jugendalter den Hund , direkt oder indirekt, in ein Schema zu pressen um später das Standardrogramm und
die ersehnten Punkte zu bekommen. Genauso beim Apportieren. Hier sollen die Hunde möglichst gleich aussehen. D.h. schnell raus, direkt aufnehmen, ruhig heben und schnell
zurück. Ist ein Hund von Natur aus etwas langsamer beim Apportieren fangen die Probleme und das Leid des Hundes erst an. Hier wird dann mit zwei Leinen gearbeitet, Druck gemacht,
eine Disharmonie zwischen HF und Hund erzeugt, nur um an diese Punkte zu kommen, die man ja nur bekommt wenn sich der Hund im Rahmen des Standardprogrammes aufhält. Luft
für natürliche Eigenschaften bleibt hier nicht. Was letztlich natürlich wieder der Grund für die Standardzucht ist, da das Programm nicht mehr fordert als einen Hund der nicht viel denkt
geschweige denn selbständig arbeiten möchte. Und wie wirkt sich dann die Zucht im Bezug Apportieren aus? Es werden dann nur noch
Hunde gezüchtet welche von Natur aus verrückt auf das Holz oder Beißwulst sind, die rasen raus wie die Bekloppten, verlieren Zähne und sind fast wie blind für diesen Gegenstand.
Nur, das Apportieren bezieht sich für mich in der Zucht nicht darauf wie schnell er diesen einen Gegenstand bringt, sondern welche Probleme er bei unterschiedlichen Gegenständen
hat, welchen Drang er entwickelt diese Gegenstände trotzdem zu apportieren. Wie er sich anstellt das Erlernte einzuhalten und Intelligenz zu entwickeln um zum Ziel zu kommen. -Dies sind übrigens für mich auch Resultate eines gesunden Kampftriebes.
Viele kommen nun mit dem Argument, daß die IPO-Hunde viel besser untergeordnet sind, weil sie meinen ein Hund der 10 Minuten an einem hochschaut oder so korrekt arbeitet steht
mehr unter Apell als ein Hund aus der KNPV, der auch das Recht hat nebenherzuschlurfen. Daß dies allerdings eine Art von Hund ist die 1. speziell in dieses Programm eingepaßt wurde und
2. nicht viel benötigt außer einen Ball unterm Arm und etwas Korrektur mit dem Stachel oder E-Gerät, das wird nicht gesehen. Genauso wenig, daß die Prüfung in der KNPV den ganzen Tag geht und der IPO Hund max.
20 Minuten Konzentration zeigen muß, welche zum großen Teil noch mit 2 Pausen unterbrochen werden. Klar kann ich nun auch sagen, das ist eben das Programm. Für die Zucht bringt dieses
IPO-Programm allerdings den Tod. Es fehlen dann irgendwann die Ausgleichspartner, da Monotonprogramm. Denn mit dem Hervorheben dieser Hunde in der Zucht, kommen als
Resultat die immer weicheren und sensibleren Hunde welche nicht mehr Kampftrieb zeigen müssen als in dieser Minimalstprüfung verlangt wird und irgendwann zusammenbrechen wenn
die Arbeit bloß etwas länger geht. Die Herren Züchter haben sehr schnell erkannt, daß erst mit der Kombination Beutetrieb-Aggression man dann einen kleinen Ausgleich bekommt der die Weichheit des
Hundes etwas überspielen kann. Diesen Typ Hund sehe ich mittlerweile überall, bei jeder VDH-Gebrauchshundrasse. Hunde welche wunderschöne Angriffe und Griffe machen, super
führig sind, schon fast einbrechen wenn der Hf etwas lauter spricht, nach der Beutebestätigung süchtig sind aber keinerlei Souveränität, Härte, Selbständigkeit und echte Arbeitsfreude zeigen. Als Beispiel:
Daß diese Hunde sich von Natur aus in den seltensten Fällen so frei verhalten können wie ich es z.B. von meinen kenne, ist mir schon sehr lange zuvor auch in meiner Hundeschule aufgefallen.
Als ich meinen ersten XMechelaar bekam und in der ersten Nacht mit ihm raus mußte, hat er mir gleich mal gezeigt wo der Hammer hängt. Mit 6 Wochen ging der schon ab, daß ich ihn in
sämtlichen Vorgärten suchen und einfangen mußte. Der Hund hatte eine solche Selbstsicherheit und Vertrauen in sich daß es ihn nicht störte seine Bezugsperson zu verlieren.
Mit Futter und Ball kam man eh nicht durch, wenn sich dieser Hund etwas in den Kopf gesetzt hatte war er in seiner Welt und zog das auch durch.
Auch später ging der Hund meist seinen eigenen Weg, obwohl wir wirklich ein super Verhältnis miteinander hatten. Im Feld wenn er frei war, war er immer um die 150-200 m von
mir entfernt. Er hatte stets die Aufgabe meine Umgebung zu begutachten. Irgendwann, er war noch sehr jung und es war Nacht, war die Situation, daß ohne daß ich ihn gerufen hatte er zu
mir zurückkam und sich vor mich setzte, ohne Angst oder andere Anzeichen. Den Blick stets nach vorne gerichtet. Ich fragte mich was er wohl hätte. Als nach einigen Sekunden zwei
Männer auf mich zu kamen. Ich lobte ihn für dieses Verhalten einmal und unterhielt mich mit den Leuten, welche er sofort begrüßte und mit ihnen herumblödelte. Seither sah der Hund
dieses Verhalten als sein Job, wenn wir außerhalb liefen. Ich mußte ihn nie mehr rufen. Er war immer so stolz wenn er mir Autos, Fußgänger usw. schon im Vorraus anzeigen konnte. Er
bekam nie Futter oder ein Spiel dafür stets nur ein Lob. Dies reichte ihm aus um eine solche Liebe auf diese Arbeit zu entwickeln. So auch meine jetzige Hündin NIKE. Auch sie sah noch
nie eine Bestätigung materieller Art. Alleine das Lob läßt den Hund stolz werden und aufblühen. Den Vergleich, welchen ich zu IPO selektierten Hunden habe, ist absolut entgegengesetzt.
Oftmals können sich die Hunde überhaupt nicht oder nur sehr schwer vom Bezug lösen und wenn dann oftmals nur einige Meter. Auch später gehen die Hunde nicht weit weg vom Herrn,
drehen sich ständig nach diesem um und können nicht frei laufen. Mit etwas Konsequenz und Erziehung halten sie oft von sich aus den gleichen Abstand, oder laufen stets einige Meter
hinterher und kommen nicht mal auf die Idee sich nur etwas weiter zu entfernen, bzw. die Bezugsperson gar aus den Augen zu verlieren. Auch der eben erwähnte Stolz etwas für seinen
Führer getan zu haben ohne nach dem Suchtmittel zu verlangen, fehlt mir immer mehr. Für mich sind dies allerdings ganz klare Degenerationserscheinungen in diesem Selektionssystem.
1.: Der Züchter hier zu Lande legt nur noch auf leicht erkennbare Punkte wert. Sprich, Beute- und Spieltrieb, Aggression, Sensibilität für Unterordnung und etwas Suchen, dazu kommt das
erwünschte Verhalten des Hundes, wie er sich im Rahmenprogramm des Standardtrainings verhält. Wird er zu selbständig gilt er als nicht ausbildbar oder nicht führbar.
2.: Gerade Selbständigkeit, nur ein kleiner Punkt wie in diesem vorangehenden Fall in der Entfernung zum HF beschrieben, wird nicht gesehen, da nicht in der PO verlangt.
Mit dem Nachteil, daß die Hunde z.T. nur bedingt einsetzbar sind. Solange der Arbeitsbereich so groß ist, daß der Hund den HF immer noch im Auge hat ist alles ok. Wenn der Hund
allerdings wie bei uns einige Minuten alleine im Wald nach der Kiste suchen muß, diesen toten Gegenstand dann noch verbellen und bewachen muß, gingen bisher bei allen IPOselektierten
Hunden die Nerven flöten und sie kamen zurück - aus eigener Erfahrung!! Die Hunde hatten weder Kampftrieb noch die Selbständigkeit um sich so weit zu lösen und diese Übung alleine
durchzuziehen. Über die Aggression konnte man den Hund zwar wieder etwas holen und helfen, allerdings war dies nun gemacht und für die Zucht nichts wert. Von sich aus, aus
eigener Kraft und Liebe, war der Hund nicht mehr zu animieren; der Trieb um sich nun durch dieses Problem zu kämpfen ohne aggressiv und verzweifelt zu werden um sich am
Erlernten zu befriedigen war nicht mehr da. So gibt es noch -zig andere “kleine” Unterschiede, welche aber im Gesamten sehr ausschlaggebend in der Zucht und Selektion sind.
Gerade in der Ausbildungsart und -weise gehen schon viele Wege auseinander. Durch die gezielte Bestechung der Hunde ist der echte Arbeiter nicht mehr nötig. Ein Hund der alles für
die erlernte Technik macht ohne mit einem Ball oder vollgefüllten Bauch vom Platz zu gehen.
Wie schon so oft beschrieben ist alles in der Natur einem Kreislauf untergliedert, welcher selbst von verschiedensten Kreisläufen im Innern angetrieben wird. Wenn ich also den großen Kreis
der Zucht-Ausbildung(Selektion)-Arbeitsbereich nehme, muß ich diesen nochmals in abertausende kleine Kreisläufe unterteilen welche ihn am Funktionieren halten. So ist der
Kreislauf der Zucht des erbgesunden, kampftriebstarken und vitalen Hundes davon abhängig, welche Ausbildung er unterlaufen muß und welchen Arbeitsbereich er ausfüllen soll.
Wird im späteren Arbeitsbereich des Hundes wenig verlangt, so wird auch in der Ausbildungsphase nur auf das nötigste Wert gelegt, sowie auch in der Zucht von natürlichen
Eigenschaften wenn diese z.B. durch hochwertiges und z.T. einseitiges kynologisches Wissen nicht mehr nötig sind, da man sie nun auch antrainieren kann.
Was dann dazu führt, daß z.B. im Sportbereich dieses Nötigste perfektioniert wird, was sich ebenfalls ganz empfindlich auf die Zucht auswirkt, da der spätere Arbeitsbereich des Hundes ja
auch nicht mehr zu bieten hat und sich die Zucht immer dem Arbeitsbereich anpassen muß. Ist im Ausbildungsbereich der Kreislauf dadurch unterbrochen, daß nur unehrlich ausgebildet
wird, hat dies ebenfalls Folgen in der Zucht und im Arbeitsbereich. Wurde der Hund, z.B., über spezielle Konditionierungsmethoden, ob Aktivierungszwang oder Bestechung spielt keine Rolle,
dazu gebracht eine gewisse Arbeit zu verrichten, hat der Züchter keine ehrliche Meinung vom Hund, sondern nur vom Ausbilder. Auch wenn der Hund noch so gute Prüfungen machen wird, er bleibt gemacht.
Im Einsatzbereich wird es dann immer wieder zu Situationen kommen wo der Hund neu konditioniert werden muß, um eigentlich ererbtes Verhalten zu lernen. Was natürlich auch zu Defiziten bei der Arbeit führen kann.
Jedoch mit einem Standardprogramm wird das möglich. Da der Hund, wie sein Führer, ein Gewohnheitstier bleibt, welches dann wunderschön durch psychische Manipulation,
Bestechung und materielle Abhängigkeit dazu gebracht werden kann eine gewisse, minimalste, Arbeit zu verrichten. Der echte Arbeitshund hat hier keinen Platz, da er sich nur sehr schlecht
bestechen und in ein schematisches Programm zwingen läßt welches keine Selbständigkeit, Intelligenz, Kampftrieb sowie Arbeit und Führerbezug vom Hund fordert und schon lange keine Enthusiasten zuläßt.
Wurde der Kreislauf in der Zucht manipuliert, weil ein Züchter unseriös gezüchtet hat, muß dieses Produkt spätestens in der Ausbildung durch dementsprechende Selektion für den Arbeitsbereich direkt ausscheiden. usw.

Möchte ich mich nun auf den Bereich “Biohund” beschränken, sollte ich mir Gedanken über alles machen was einen Toparbeiter ausmacht. Der Kreislauf hilft. Der Arbeitsbereich ist mein
Ziel, dort möchte ich hin. Wie in unserem Bereich, der Polizeihund. Wenn auch nur einer unserer Hunde in den Dienst geht ist unser Ziel erreicht. Die Hunde werden hier physisch wie
psychisch durchgecheckt und müssen auf bestem Niveau sein. Durch den Ausbildungsbereich in der KNPV besitzen wir sogleich ein Selektionssystem bei dem
sofort klar wird welchen Typ Hund man gerade an der Leine hat. Was dann natürlich in die Zucht einfließt. Gerade im Ausbildungsbereich muß ich meinen Hund selektieren und studieren. Hier sehe ich
genau welche Anstrengungen nötig sind, um das Tier zum Lernen zu bringen. Ich muß ein Auge darauf haben was der Hund von selbst lernt und lernen will und wie ich dies zu meinen
Zwecken konditionieren kann. Ich muß erkennen ab wann ich einem Hund helfen muß, um zum erwünschten Lerneffekt zu kommen. Es gibt da riesengroße Unterschiede.
So ist zum Beispiel gerade das Pressingprogramm von Herrn Raiser eine optimale Konditionierungsart für fast alle Hunde in der IPO, aber, durch die ganz klaren Lernfixierungen
im Triebwechsel und den ständigen Hilfen kann selbst der schwächste Hund konditioniert werden, gibt also damit im Endprodukt keinerlei Aufschluß über die Echtheit des Hundes.
Oder die Konditionierung auf der Fährte und in der Unterordnung (IPO). Hier werden schon die Welpen so manipuliert, daß später keinerlei Echtheit von der eigenen Technik des Hundes
mehr nachgewiesen werden kann; dank des Schemas. Die Selektion kann hier nur den HF treffen, welcher eine absolute Glanzleistung hinlegen muß, wenn er auf höheren Prüfungen dabei sein möchte.
Ebensowenig nachweisbar im VPG Programm sind Arbeitstrieb, Kampftrieb und Härte. Diese drei Komponenten bilden wiederum einen ganz eigenen Block im Hund und dessen Charakter.
Sie sind teils völlig unabhängig von der Aggression und bilden in so manchem Arbeitshund das Fundament komplett ohne Aggression. Diese Komponenten können im Bereich VPG und
IPO überhaupt nicht geprüft werden, genauso wenig auf einer DMC Körung. Da ein echter Arbeitshund erst über mehrere Stunden Arbeit zeigt was in ihm steckt.
Hier möchte ich erwähnen, daß das was ich unter Härte verstehe ein Allgemeinbegriff für mich ist, welchen jeden Bereich des Hundes abdeckt. So fängt sie bei mir schon im Welpenalter an.
Wenn die Welpen die Härte nicht besitzen ohne Bodenheizung und Lampen zu überleben sehe ich keine Qualität darin. Wenn der ältere Hund sich nur schlecht zusammenreißen kann, z.B.
beim Tierarzt oder anderen möglichen Streßsituationen, möchte ich auch nicht gerade von Härte reden. usw. Der Arbeitstrieb umschreibt die Liebe des Hundes zu mir und zu seiner Arbeit.
Und der Kampftrieb wurde und wird immer wieder erklärt. Zumindest das was ich darunter verstehe, bzw. wie ich es definiere. Diese Komponenten haben nicht unbedingt etwas mit der Mannarbeit zu tun, sondern mehr
mit der Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen gerade auf längere Zeit. Mit dem Minimalprogramm unserer hiesigen Gebrauchshundverbände
kann somit keine Kampftriebbeurteilung in ihren Gebrauchsprüfungen zugeteilt werden, außer der Prüfungen im Jagdwesen. Zumal, wie schon anfangs erwähnt, echter Kampftrieb oft mit Aggression gleichgesetzt wird.
Dies ist absolut irrsinnig. Der Kampftrieb ist eine Kraft welchen den Hund ähnlich WIE die Aggression am Überleben hält. Hat mit ihr aber im engsten Sinn nichts zu tun. Der Kampftrieb
bewegt den Hund stets zum Siegen und sein Bestes zu geben, er gibt ihm Intelligenz und Durchsetzung des Erlernten bei jeder Arbeit. Die Aggression entsteht oftmals danach. Z.B.
Durch Frust weil das Erlernte nicht erreicht werden kann. Sie birgt immer etwas Unkontrolliertheit in sich, was bei einem vorzüglichen Arbeiter nichts verloren hat.
Hunde mit ausgeglichenem Kampftrieb zeichnen sich z.B. auch durch ihre hohe soziale Bindung in der Gesellschaft sowie ihren starken Nerven und ihrer Anpassungsfähigkeit aus, bei
gleichzeitigem Egoismus ums Erlernte, sprich um das Ziel. In der Verbindung mit hohem Arbeitstrieb und etwas Härte hat man hier einen absolut sozialen Arbeiter, welcher alles für
seine Arbeit tun würde, ohne aggressiv zu werden. Diese Hunde unterscheiden sich erheblich bei der Arbeit und der Ausbildung, gerade vom Beutehund und dem Aggressiven oder der
Mischung beider. Diese Hunde sind stets bestrebt das Beste zu geben, aus eigenem Herzen, aus eigenem Anlaß. Man muß nicht mit ihnen spielen, sie bestechen oder gar manipulieren um
ans Ziel zu kommen. Diese Hunde besitzen stets ein Lachen bei der Arbeit und würden für dieses Lachen kämpfen bis zum Ende. Gerade wenn man mit seinen Hunden in einem Programm trainiert welches am Prüfungstag
morgens um 8.00h anfängt und abends um 17.00h fertig ist muß der Hund möglichst auf jede Übung eine genetische Vorgabe besitzen, zusätzlich muß er den erwähnten Arbeitstrieb,
Kampftrieb und Härte mit sich bringen sonst hält er das nicht durch. Durch die Vorlagen welche ich mir schon über die Zucht schaffe, ist es dann nur noch eine Lernphase
(Zeitkomponente) bis der Hund das Programm begriffen hat.

Die beste Möglichkeit um diese Dreierkomponente zu überprüfen, gibt wirklich nur ein umfangreiches Ausbildungsprogramm. Gerade beim Revieren nach einem toten Gegenstand
um diesen dann bellend z.T. über Minuten anzuzeigen, fordert vom Hund viel Trieb aus dieser “Dreierkomponente”. So ist auch ein ganz großer Teil der Selbständigkeit ebenso von ihr abhängig wie umgekehrt.
Und wie kann man Selbständigkeit und Souveränität besser abprüfen als wenn man nicht die Dreierkomponente abverlangt...???
Diese Komponente gepaart mit genetischer Vielfalt, Vitalität und genetischer Technik ist das eigentliche Rezept vom guten Arbeitshund, welcher auch zum Vererben stets Qualitäten in sich
tragen wird. Und dies kann weder das Punktesystem einer Zuchtwertschätzung, noch die hohen Punkte einer IPO-Prüfung, noch das Gerassel der Kanister und anderen Spielereien erkennen und beurteilen.
Auch in der Zucht und Aufzucht sollte man sich erhebliche Gedanken machen. So ist es doch fraglich, was ein echter Arbeitshund wirklich benötigt, eine Fußbodenheizung oder ein
gesundes Fell und Härte?? Das beste Futter auf dem Markt oder einen guten Magen der alles verdaut?? Einen Kaiserschnitt oder eine gesunde Mutter?? Viel Zeit zum aufpeppeln der Welpen oder eine zuverlässige Mutter??
Genauso wie alles bisher Geschriebene ist auch dies ein Kreislauf welcher die Tradition und die Art des Arbeitshundes aufrecht erhält. Man muß wieder auf den Boden der Natur kommen und
ganz klar sehen, welchen Weg die Evolution gehen wird wenn z.B. Welpen mit der Flasche aufgezogen werden müssen weil sie keinen Drang zur Zitze haben. Oder Ausgesonderte am
Leben erhält. Die Natur hat hierfür ihre Gründe; unsere hingegen sind rein egozentrisch!! Und irgendwann ist es dann soweit und der Hund hat es geschafft älter zu werden, er leidet
zwar an ein paar Allergieen, ist sonst auch nicht gerade der Hellste, frißt immer noch nicht gut und ist schleckig, hat Nervenprobleme wenn es auf der Fahrt etwas länger wird und ißt danach
gar nichts mehr weil er zu gestreßt ist. ABER, er macht aber ne super lange Flucht, setzt nen guten vollen Griff und war auch schon
mal auf der Deutschen. Mehr interessiert dann nicht, um mit einem solchen vermeintlichen ”CHAMPION” zu züchten... Was dabei genetisch passiert interessiert keinen. Wenn dann bei dem Wurf eben diesmal vier
“Verrecker” anstatt nur einer dabei sind stört nicht, die bekommen wir auch noch durch. Daß sämtliche Generationen genetisch verkrüppelt werden, weil ein Tier zum Schuß kam, welches
eigentlich die 3. Woche seines Lebens nie gesehen hätte, weil es damals keinerlei Kampftrieb zur Zitze hatte, keine Technik zum Saugen hatte und auch sonst immer ausgesondert wurde,
scheint egal. Denn man gibt sich ja damit zufrieden, daß dieses Tier doch noch das Standardprogramm ableisten konnte...

Wir müssen uns stets fragen, welche Eigenschaften wir wie erhalten müssen und warum. In
der Definition um den biologisch hochwertigsten Hund sollten meiner Ansicht nach die Zahlen und Statistiken erst zum Schluß kommen. In erster Linie interessiert mich die Natürlichkeit des
Individuums. Und diese Natürlichkeit im Bereich Arbeitshund wird nach meiner bisherigen Erfahrung vertreten durch die Komponenten: Liebe zur Arbeit, genetische Technik und Vitalität, und Kampftrieb.
Die Liebe zur Arbeit und die genannte Kombination wird uns sämtliche Intelligenz in die Zucht bringen, welche der Arbeitshund braucht um zu arbeiten. Die Liebe gibt uns den nötigen
Gehorsam sowie Sicherheit bei der Ausbildung und der Arbeit. Gerade die Liebe ist es welche den Hund stets für uns arbeiten läßt.
Die genetische Technik hilft uns ebenfalls beim Ausbilden sowie Konditionieren und gibt dem Hund eine gewisse Spannbreite an Einsatzmöglichkeiten. Die genetische Vitalität sorgt für Topkondition und Gesundheit.
Der Kampftrieb läßt den Hund nicht aufgeben und hilft ihm stets sein Ziel vor Augen zu halten, gibt ihm Souveränität, Nervenstärke und Selbsicherheit.
Ich meine, daß bei der Partnerauswahl der Zuchttiere dies das optimale Verhältnis für das Fundament darstellt. Hinzu kommt die beschriebene Aufzucht der einzelnen Partner sowie
deren Selektion bei der Ausbildung. Sind diese Punkte geklärt, ging sehr viel Zeit ins Land, nach den Aspekten aus der Natur befindet man sich hier allerdings in einem wunderschönen und ehrlichen Kreislauf.
Warum gerade Herr Dr. Raiser es nicht versteht die Liebe zu deuten (in seinem Video: Triebwechsel im Schutzdienst) zeigt doch, wie wenig Arbeitsliebe im IPO-Bereich verlangt wird.
Schon Lorenz definierte: Hunger-Liebe-Angst und Aggression (welche meiner Meinung nach durch Kampftrieb ersetzt werden muß) bewegen einen Hund.
Das stimmt auch; allerdings nur der Kreislauf und das Zusammenspiel dieser drei Beweggründe können einen Arbeiter formen. Ein Hund ohne Hunger wird stets ein schlechter
Jäger sein. Ein Hund ohne Liebe zum HF und zur Arbeit wird nie spielen, sich selbständig etwas anlernen oder für uns etwas tun wollen. Ein Hund ohne Angst, welche ich mit Respekt
gleichsetzen möchte kennt keine Grenzen, gerade im Rudel. Ein Hund ohne Kämpferherz kann sich nie behaupten. Und nun kommt es, erst wenn alle Komponenten ausgeglichen im Hund
verankert sind und miteinander funktionieren, ist ein weiterer Kreislauf geschaffen der dem Hund hilft zu funktionieren.
Auf dieser Minimalstdefinition wurde also zum größten Teil das Gebrauchshundewesen der neuen Zeit in Deutschland aufgebaut, wobei die Komponente “LIEBE” nie richtig beachtet und
Aggression im Bezug auf den Arbeiter falsch definiert wurde. Was sich durch diese zwei “kleinen” Fehldefinierungen entwickelte kennen wir ja. Denn gerade die Liebe bringt in
Verbindung mit der Technik und dem Kämpferherz wundervolle Arbeitshunde, welche sich durch soziale Anpassung, Wißbegierde, Intelligenz und Arbeitstrieb hervorheben.
Was wurde stattdessen praktiziert? Es wurde hauptsächlich Wert auf gutes Spielen gelegt, was dem Beutetrieb, sprich dem Hunger, nahekommt. In der Kombination mit der echten
Aggression wurde nun ein Schlag Hund geboren, welcher alles für die Beute tun würde, auch etwas grantig werden kann wenn es um diese geht und nicht mehr. Auch wenn von einem
Kampftrieb bis zum Besitz der Beute gesprochen wird, ist es ein erheblicher Unterschied, ob mein Hund aus “Hunger” beißt oder weil er es liebt. Beispiel:
Ich habe schon vor mehreren Jahren damit begonnen Hunde schon im Welpenalter intensiv bei deren Entwicklung im Bezug auf deren Charakter zu studieren.
Ich machte folgenden Versuch: Als ich vor Jahren bei einem Bekannten in Deutschland einen Wurf Mechelaars anschaute war ich von dem Aggressionsverhalten der damals 8 -wöchigen
Hunde so begeistert, daß ich mir gleich einen Hund mitnahm. Auch ich vertrat damals die Meinung, daß Aggression etwas ist, was den Hund bis zum Schluß arbeiten läßt. Als der Hund
dann bei mir war und lernen mußte wie man sich in unserem Rudel verhält, sah ich schon die ersten Schwächen. Der Hund war absolut übergeschnappt. Bei der kleinsten Bewegung
verursachte er Fleischwunden mit seinen Milchzähnchen nicht nur bei mir und meinen Freunden auch bei Fußgängern und fremden Tieren. Allerdings war der Hund in diesem Fall
nicht in einer Spiel- oder Kampflaune sondern entwickelte einen puren Haß auf alles was ihm zu nahe kam. Auf der Straße registrierte er keinerlei Autos, weil er immer den Feind suchte,
im Feld konnte er sich nicht entspannen, weil er stets seiner aggressiven Natur nachging. Mit lieben Worten war da nichts mehr zu machen. Ich ging also daran den Hund zu erziehen und
ihm jegliche Aggression durch Konsequenz und den Zeitfaktor (Geduld) zu nehmen. Als einzigsten Ersatz gab es Körperkontakt. Schon nach einigen Wochen traten die ersten Resultate
auf. Tatsächlich, der Hund konnte sich auf einmal normal verhalten und auch meine Bekannten normal begrüßen. Doch plötzlich nahm der Hund seine Umwelt war. Plötzlich gab es da Autos
auf der Straße, aber diesmal hatte man keinerlei “Trieb” sondern mußte ruhig bleiben. Da brach das Nervenkostüm zusammen und es entstand Meideverhalten, welches sich, wie erlernt,
im Körperkontakt zu mir zeigte. So ging es dann weiter, dadurch daß ich über psychische Manipulation den Hund über Monate hinweg um seine Aggression brachte, war plötzlich nichts
mehr da was den Hund hätte siegen lassen wollen. Keinerlei Arbeitstrieb, kein Schutzinstinkt, kein Territorialverhalten war mehr vorhanden. Und wohlgemerkt, ohne Starkzwang
meinerseits, nur über Konsequenz und Körperkontakt. Der Hund war nun 8 Monate alt und mit nichts mehr aus den Reserven zu locken. Von Kampftrieb keine Spur. Ging auch nicht, da der
Hund noch nie welchen besessen hatte. Und alles was ihm zum Kämpfen veranlaßte genommen wurde. So war auch das BeuteVERHALTEN abhängig von der Aggression, was
natürlich auch nicht mehr hochkam, da ebenfalls nicht vorhanden. Er ging nun in Privat. Wenn ich nun im Vergleich unsere Welpen nehme, so kann ich diese genauso erziehen. Was
ich auch mache, da offene Aggression bei mir durch Erziehung bei jedem Hund sofort unterdrückt wird. Jedoch bleiben sehr viele andere Naturtriebe zurück, was mich darauf
schließen läßt, daß unsere Hunde genetisch vielfältiger sein müssen; gerade im Bezug auf den Charakter ist es da schön zu sehen.
Der Beutetrieb ist hochentwickelt sowie sämtliche anderen Naturtriebe wie Territorialverhalten, Bewachungstrieb, Apportiertrieb, Reviertrieb, Bellen, Kampftrieb und und und. Was sich
natürlich immer in der Entwicklung der Welpen widerspiegelt, da sie stets frei im Kopf sind und ohne Aggression ihrer genetischen Vorlagen frönen können.
Durch das kynologische Wissen unserer heutigen Zeit wird es immer einfacher einen Hund materiell abhängig zu machen. Was meiner Ansicht nach nichts mit Liebe zur Arbeit zu tun
hat. Da ohne Suchtmittel der Hund wie ein Drogensüchtiger zusammenbricht und nur noch bedingt einsatzfähig ist. Gleiches wie im vorangegangenen Beispiel mit der Aggression. Beispiel Anzeigeübung:
Wieviele Hunde sind nicht mehr in der Lage zivile Menschen anzuzeigen, wenn sie nicht nach Ball oder Jute riechen? Klar kann ich nun sagen, daß dies ein Ausbildungsfehler ist, aber
WIESO ist dann die Frage? Ist es nicht deswegen weil sich die Hunde mittlerweile von der Zucht aus schon so anbieten?
Und wir es durch unsere Art der Ausbildung zwar zusätzlich fördern, es aber ohne diese Art schon fast nicht mehr möglich ist den Hund anders auszubilden? Als Gegenbeispiel nehme ich unsere Hunde:
Sie bekommen auch mal einen Ball, aber nicht als Bestätigung sondern als Ausgleich zum Abreagieren. Das sind zwei Welten... Die Hunde machen sich dann nicht davon abhängig, sondern sie wissen, daß wenn der Ball
fliegt, Ihre Arbeit getan ist und sie jetzt runterkommen und relaxen müssen. Auch bei der Mannarbeit: Wie oft sehe ich Hunde welche ohne Ärmelabziehen überhaupt keine Befriedigung und Liebe
im Beißen sehen?? Den Test kann jeder einmal machen. Wenn ihr einen Hund habt, vielleicht auch ohne Erfahrung und roh, ihr diesen Hund auf den Ärmel beißen laßt ohne diesen
abzuziehen und dann AUS macht, müßt ihr darauf achten wann die Defizite anfangen, Griff und Drang zum Mann. Wie oft ist es, daß die Hunde nach dem dritten Mal gar keinen Trieb
mehr haben, weil das Hungergefühl nicht befriedigt wird. Nur der Hund mit Liebe zum Griff wird hier immer mehr sein Herz hineinlegen. Oder die Fährte:
Wieso muß ich einem Hund die Fährte mit Futter vermitteln? Liegt dies nicht daran, daß auch (abgesehen von den Punkten in der Prüfung) das natürliche Technikverhalten beim Suchen
immer mehr unter der Degeneration der Hunde leidet?? So war es wohl anfangs eine absolute Wohltat mit dem Futtersystem einem Hund die Fährte zu vermitteln, natürliche Eigenschaften,
außer Hunger, wurden aber nicht mehr benötigt und gingen dann letztlich im Kreislauf, auch Dank der Minimalleistung einer VPG-Fährte, verloren.
Ein Franzose, Ausbilder im Franz. Ring, sagte einmal zu mir: “Wenn ich sehe was 20 Jahre IPO-Selektion aus dem Mali in Deutschland gemacht hat, wird ihm schlecht!!” -Absolut verständlich
Es trifft allerdings jetzt erst den Mali in Deutschland, für alle anderen Gebrauchshunderassen in Deutschland ist der Zug schon lange weg.
Ohne das Umdenken in den Bereichen Zucht-Ausbildung-Arbeitsbereich wird es in ein paar Jahren wie auf einem Friedhof in unseren hiesigen Arbeitslinien
aussehen. Mit der Monotonzucht, dem so propagandiertem Inselleben und der schlechten Selektion unserer Hunde, unserer Ausbildung und unserer
Einsatzbereiche wird sich der echte Arbeiter nie mehr erholen und eine weitere Tradition vom Computer und Warmduscher verdrängt. Die Lösung kann nur eine Rundumsanierung bieten. Das Zulassen anderer
sportlicher Tätigkeiten für den Hund wie Mondioring, Franz. Ring, Belg. Ring, KNPV usw. wird der entscheidende Punkt sein, an dem der deutsche Arbeitshund gedeiht oder verreckt!!!
Erst durch das Zulassen anderer Ausbildungsziele wird es möglich sein, wieder eine gewisse Vielfalt zu erzeugen. Eine Vielfalt, welche unumgänglich ist, wenn
man in diesem Bereich, der Arbeitshundezucht, tierschutzgerecht und naturschutzgerecht züchten und selektieren möchte. Unsere hiesige Monotonie in
Zucht, Ausbildung und Arbeitsbereich ist absolut irrelevant und hat mit einem gesunden, arbeitswilligen und genetisch nicht vergewaltigten Hund überhaupt nichts zu tun.
Vielfalt kann nur durch Vielfältigkeit erzeugt werden und nur sie bedeutet das Leben...!!
Text: Kai Müller
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